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Wenn uns nahe Personen wie Familienmitglieder oder Freunde verlassen, um in die jenseitige Welt überzugehen, hinterlassen sie oft eine tiefe Leere im Herzen der Hinterbliebenen.
Der Tod von Menschen ist ein natürlicher Bestandteil des Lebenskreislaufs. Einige Menschen bewältigen den Verlust besser als andere. Während manche in tiefe Traurigkeit verfallen, wenn sie einen geliebten Menschen verlieren, akzeptieren andere dieses Schicksal.
In Kürze zu: Träume von Verstorbenen |
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Träume von Verstorbenen sind eine der häufigsten Arten von wiederkehrenden Träumen. Wie bereits in früheren Artikeln beschrieben, treten wiederkehrende Träume häufig dann auf, wenn der Träumer etwas noch nicht verarbeitet hat oder nach etwas Bestimmtem sucht.
Bei Träumen von Verstorbenen ist es offensichtlich, welches Erlebnis den Träumer noch bewusst oder unbewusst beschäftigt.
Symbolik von Träumen von Verstorbenen
Träume von Verstorbenen sind von hoher Symbolik geprägt und können nur im individuellen Traumkontext sinnvoll interpretiert werden. Um die Bedeutung solcher Träume zu entschlüsseln, ist ein detailliertes Vorwissen über das Leben des Verstorbenen und das Verhältnis, das der Träumende zu der verstorbenen Person hatte, erforderlich.
Wenn im Traum längst oder kürzlich Verstorbene erscheinen, werden diese Erlebnisse entweder von positiven oder negativen Gefühlen begleitet. Unabhängig von der Art der Gefühle hängen sie stets davon ab, welche Beziehung man zu dem Verstorbenen hatte. In jedem Fall sind solche Träume sehr bewegend und bleiben noch lange präsent.
In Träumen von Verstorbenen können viele Hinweise auf die eigene Psyche entdeckt werden. Sie zeigen, wie wir den Tod bestimmter Menschen verarbeiten, welches Verhältnis wir zu diesen Menschen zu Lebzeiten hatten und ob ungelöste Konflikte mit ihnen bestehen, die uns buchstäblich keine Ruhe lassen.
Einige Traumdeuter sind der Meinung, dass Träume von Verstorbenen Botschaften jener Personen enthalten, die sie durch die spirituelle Welt der Träume ins Bewusstsein des Träumers tragen möchten. Andere Deutungen legen nahe, dass es sich dabei lediglich um Erinnerungsfragmente handelt, die das Unterbewusstsein im Traum verarbeitet.
Deutung von Träumen von Verstorbenen
Wie bereits erwähnt, können Träume von Verstorbenen nur im persönlichen Kontext gedeutet werden. Das Verhältnis, das man zu der im Traum erscheinenden Person zu ihren Lebzeiten gepflegt hat, spielt für die Deutung eine herausragende Rolle.
Die Träume können entweder auf noch nicht verarbeitete Gefühle des Träumenden bezüglich des Todesfalls hinweisen oder auf ungelöste Konflikte, die man mit der verstorbenen Person hat bzw. hatte. Sowohl Schuldgefühle als auch Aggressionen können sich in Träumen von Verstorbenen äußern.
Aus psychologischer Sicht zeigt sich in Träumen von Verstorbenen lediglich das Aufkommen von alten Erinnerungen an die verstorbene Person, die tief im Unterbewusstsein vergraben sind. Zudem liegt es auf der Hand, dass beispielsweise eine alte Dame, die ihr ganzes Leben lang mit ihrem kürzlich verstorbenen Ehemann verbracht hat, häufiger von dem Toten träumt, da sie so viele gemeinsame Erinnerungen haben. Manchmal kündigt ein solcher Traum auch Heilung von einer Krankheit an.
Ganz häufig besuchen uns Verstorbene im Schlaf, wenn wir uns gerade in einer schwierigen Lebensphase befinden, was sich nicht zwangsläufig auf den Todesfall selbst beziehen muss. Träume von Verstorbenen können außerdem darauf hinweisen, dass man den Todesfall schlichtweg noch nicht verkraftet hat.
In der spirituellen Traumdeutung werden Träume von Verstorbenen als Botschaft aus dem Jenseits interpretiert. Der Tote versucht im Traum Kontakt mit dem Hinterbliebenen aufzunehmen und ihm somit bei der Verarbeitung des Todesfalles zu helfen, ihm Mut zuzusprechen und ihm einfach nahe zu sein.
Ursachen von Träumen von Verstorbenen
Wenn uns Verstorbenen im Traum begegnen, kann das ganz verschiedene Ursachen haben. Entweder sind sie schlichtweg eine Erinnerung an den Verstorbenen oder aber ein Symptom für aufgestaute Gefühle des Träumenden. Vielleicht konnte etwas ganz Bestimmtes zu Lebzeiten nicht mehr geklärt werden, was nun zu Schuldgefühlen führt, die sich im Traum äußern.
Wenn der Tod einer nahestehenden Person plötzlich und ohne Vorwarnung auftritt, kann ein Trauma bei den Hinterbliebenen zurückbleiben, welches sich wiederum in den nächtlichen Träumen widerspiegeln kann. Man denke hier beispielsweise an eine Mutter, die ihr Baby durch einen plötzlichen Kindstod verloren hat.
In den meisten Fällen erfüllen Träume von Verstorbenen eine überaus wichtige Funktion, nämlich der Verarbeitung des Todesfalles, welcher zum Abschluss mit der schmerzlichen Vergangenheit führt. Sie ermöglichen uns, einen nachträglichen Schlussstrich unter die Beziehung zum Verstorbenen zu ziehen.
Während der Trauerphase träumt man im Normalfall häufiger von den kürzlich Verstorbenen. Diese Träume können in drei Gruppen aufgeteilt werden und spiegeln die einzelnen Aspekte des Verarbeitungsprozesses wider.
In der zweiten Gruppe tritt der Verstorbene zunächst so auf, wie man ihn in Erinnerung hat. Allerdings kommt man während des Traumes zur Erkenntnis, dass diese Person nicht mehr lebt. Gefühle des Schmerzes und des Verlustes werden hier erneut durchlebt. Solche Träume liefern also wichtige Erkenntnisse, die den Weg zur Akzeptanz des Geschehens ebnen.
In der dritten und letzten Gruppe von Träume von Verstorbenen ist dem Träumer von Anfang an klar, dass die Person nicht mehr am Leben ist. Nicht selten werden diese Träume dennoch als positiv empfunden, denn die verstorbene Person zeigt, dass es ihr gut geht. Diese Träume nehmen einen besonderen Stellenwert ein, da sie dem Träumer zeigen, dass der Verstorbene gewissermaßen in einem selbst weiterlebt.
Abschließend lässt sich festhalten, dass Träume von Verstorbenen nichts Ungewöhnliches und keineswegs ein Grund zur Sorge sind. Ganz im Gegenteil: Sie stellen einen wichtigen Prozess der Verarbeitung des Todes dar und helfen den Hinterbliebenen dabei, den Verlust zu akzeptieren, vom Schmerz loszulassen und den Verstorbenen für immer in Erinnerung und im Herzen zu behalten.
Statistik: Ein Drittel träumt von den verstorbenen Großeltern
Verlässliche Statistiken zu spezifischen Trauminhalten einer bestimmten Kategorie sind schwer zu ermitteln. Deshalb führen wir eigene Umfragen durch, wie auf dieser Seite zum Thema Träume von Verstorbenen. Unsere Leser können angeben, wer die Verstorbenen sind, von denen sie träumen. Zur Auswahl stehen unter anderem das eigene Kind, die Mutter, der Vater, Geschwister, ein Freund, die Großeltern und ein Fremder.
Es besteht die Möglichkeit, mehrere Antworten zu wählen. Von dieser Option hat bisher (08.02.2021) jedoch kaum jemand Gebrauch gemacht. Wir haben stolze 35.035 Nutzer, die von insgesamt 37.450 Verstorbenen geträumt haben. Daraus lässt sich schließen, dass nur ein relativ kleiner Teil unserer Leser von mehr als einer verstorbenen Person träumt. Träume von Verstorbenen scheinen daher meist nur um eine bestimmte Person zu kreisen.
666 Leser träumten von ihrem verstorbenen Kind, was knapp zwei Prozent aller erfassten Träume ausmacht. Mit 1.614 Nennungen sind etwa vier Prozent unserer Leser verstorbene Fremde im Traum erschienen. Träume von verstorbenen Geschwistern sind mit 2.064 Nennungen und sechs Prozent kaum häufiger.
Von der verstorbenen Mutter wurde 5.722 Mal geträumt, was 15 Prozent entspricht. Verstorbene Freunde erschienen in 6.093 Fällen, was 16 Prozent aller erfassten Träume ausmacht. Ein Viertel aller Nutzer gab an, von ihrem verstorbenen Vater zu träumen (9.186 Nennungen, 25 Prozent). Am häufigsten träumten unsere Leser jedoch von ihren verstorbenen Großeltern. Mit 12.105 Nennungen machen diese Träume 32 Prozent aus.
Behandlung von Träumen von Verstorbenen
Träume von Verstorbenen helfen häufig dabei, das traumatische Erlebnis des Verlustes zu verarbeiten und anzunehmen. Im Traum erscheinen die Verstorbenen meist unversehrt, gesund und lebendig. Sie werden so wahrgenommen, wie sie zu ihren besten Zeiten waren – vital, gutaussehend und voller Lebensenergie. Dies markiert bereits den ersten Schritt der Verarbeitung.
Wenn uns die verstorbenen Großeltern, die Mutter oder sogar das eigene Kind im Traum erscheint, ist das zunächst kein Grund zur Panik, sondern gehört zum normalen Verarbeitungsprozess. Nur wenn diese Träume wiederholt auftreten und das Alltagsleben des Träumers beeinträchtigen, sollte man sich ihnen stellen und sie hinterfragen.
Folgende Fragen können bei der Behandlung von Träumen von Verstorbenen hilfreich sein:
- In welchem Verhältnis stand ich zur verstorbenen Person?
- Gibt es ungelöste Konflikte, offene Fragen oder Schuldgefühle?
- Habe ich aus irgendeinem Grund ein schlechtes Gewissen?
- Kann ich etwas, was mit der verstorbenen Person zusammenhängt, nicht vergeben oder vergessen?
- Habe ich den Todesfall noch nicht akzeptiert und verarbeitet?
- Bin ich bereit dazu, den Verstorbenen loszulassen?
Stehen tatsächlich ungelöste Konflikte zwischen dem Träumer und dem Verstorbenen im Raum, übernimmt der Traum eine wichtige Funktion. Hier kann man in aller Abgeschiedenheit äußern, was einen auf dem Herzen liegt. Dem Traumverstorbenen gegenüberzutreten und ihm zu sagen, was einen noch immer belastet, kann dabei helfen, dass diese Träume bald der Vergangenheit angehören.
Um sich Personen im Traum bewusst zuzuwenden, um ihnen bestimmte Dinge zu sagen, bedarf es jedoch viel Übung. Schließlich beherrscht nicht jeder die Fähigkeit, seine Träume bewusst zu steuern. Die Fähigkeit, die eigenen Träume zu kontrollieren, nennt man luzides Träumen und kann von jedem erlernt werden. In diesem separaten Artikel stellen wir verschiedene Methoden vor.
Egal wie schwer der Verlust eines geliebten Menschen ist, man muss ihn akzeptieren. Erst wenn man lernt loszulassen und beginnt, den Tod als natürlichen Bestandteil eines jeden Lebens zu verstehen, kann man die Trauer überwinden und wieder sein normales Leben führen.
Solange man an seiner Trauer festhält, den Tod nicht akzeptiert und sich von seinen Schuldgefühlen, Aggressionen oder Ängsten nicht trennt, werden die Träume vom Verstorbenen anhalten. Erst wenn man gelernt hat, sein Schicksal anzunehmen, kann man mit der Vergangenheit abschließen und endlich wieder nach vorne statt zurückblicken. Ein Psychotherapeut kann in solchen Fällen Unterstützung bieten.