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Träume, in denen man durch Ersticken stirbt, sind nicht ungewöhnlich. Der Träumende befindet sich in irgendeiner Situation, als ihm plötzlich die Luft wegbleibt und er nicht mehr atmen kann. In der Gewissheit, dass er ersticken wird, wenn er nicht bald Luft bekommt, wird die Zeit knapp. Der Träumende ringt nach Luft, Panik ergreift ihn, schließlich verliert er das Bewusstsein und stirbt. Häufig wacht der Träumende danach aus diesem Albtraum auf.
In Kürze zu: Träume von Tod durch Ersticken deuten |
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Albträume vom Ersticken haben verständlicherweise eine Verbindung zum Traumsymbol Tod. Der Tod trifft den Träumenden durch das Element Luft, das er nicht mehr einatmen kann. Luft symbolisiert das Spirituelle, Geistige und die Lebenswünsche. Bedeutet Ersticken im Traum also, dass man an geistiger Armut zugrunde geht? Oder hat es eine völlig andere Bedeutung? Träume vom Tod durch Ersticken haben tatsächlich oft eine ganz andere Bedeutung. In der Regel sind sie positive Träume von Befreiung, obwohl sie immer auch von Selbstzweifeln und Konflikten berichten.
Träume von Tod durch Ersticken deuten
Im allgemeinen Konsens weisen Erstickungsträume auf Zweifel und Konflikte hin. Diese Konflikte sind oft innerer Natur, aber auch äußere Einflüsse können dazu führen, dass man im Traum das Gefühl des Erstickens erlebt. Häufig lässt sich das Ersticken im Traum als sprachliche Analogie interpretieren. In der Alltagssprache verwenden wir Ausdrücke wie: „Ich drohe unter dem Druck zu ersticken.“, „Als sie mich vor die Wahl stellte, blieb mir die Luft weg.“ oder „Meine Hoffnung wurde im Keim erstickt.“
Wir kennen alle den berühmten „Kloß im Hals“, wenn wir Angst empfinden oder unter starkem Druck stehen. Ähnlich verhält es sich mit dem Ersticken im Traum. Solche Träume treten oft in Phasen auf, in denen wir schwierige Entscheidungen treffen müssen und uns unsicher sind, wie wir handeln sollen. Ein Beispiel könnte ein Problem in einer Liebesbeziehung sein.
Vielleicht hat ein Partner den anderen betrogen und empfindet große Reue, wagt es jedoch nicht, es dem Partner zu gestehen. Der innere Konflikt zwischen dem Leben mit der Lüge und der Furcht vor einer negativen Reaktion auf das Geständnis belastet die Seele des Träumenden. Er kann sich nicht entscheiden, ob er darüber sprechen soll oder nicht. Innerlich erstickt er an diesem Konflikt, was sich letztendlich in seinen Träumen zeigt.
Es ist auch möglich, dass der Träumende eine neue Seite an sich entdeckt, etwa eine unerwartete Anziehung zu Menschen des gleichen Geschlechts, obwohl er sich immer als heterosexuell verstanden hat. Das Ersticken im Traum kann dann bedeuten, dass er versucht, diese Neigungen „im Keim zu ersticken“, da er sich diese Neigung nicht eingestehen möchte.
Zudem können äußere Einflüsse Erstickungsträume auslösen. Ist man von Natur aus sehr kreativ, jedoch einem Umfeld ausgesetzt, das keinen Raum für Kreativität bietet, sind Träume von Tod durch Ersticken nicht ungewöhnlich. Sie spiegeln den Drang nach Freiheit und den Wunsch nach Selbstverwirklichung wider.
Der positive Erstickungstraum
Die Wurzeln von Erstickungsträumen sind oft negativ. Dennoch wurde zu Beginn erwähnt, dass solche Träume häufig positiv wirken können. Dies stellt keinen zwingenden Widerspruch dar.
Träume vom Ersticken führen häufig dazu, dass der Träumende aufwacht. Sie deuten darauf hin, dass er sich mit einer Angelegenheit auseinandersetzt, die ihn im übertragenen Sinne zu ersticken droht. Wenn der Träumende am Ende des Traumes erwacht, sind die Erinnerungen daran noch lebendig und machen ihm den Konflikt bewusst, damit er daran arbeiten kann.
Auch sollten die physiologischen Effekte solcher Träume nicht außer Acht gelassen werden. Die Angst vor dem Ersticken im Traum wirkt sich auch körperlich aus. Der Puls beschleunigt sich, Abwehrmechanismen werden aktiviert und Stresshormone ausgeschüttet, was letztendlich dazu führt, dass man am Ende des Traumes aufwacht.
Es handelt sich um ein echtes körperliches Angstgefühl, das mit dem Erwachen schwindet. Das Bewusstsein erkennt, dass keine tatsächliche Gefahr für Leben und Gesundheit besteht, und es entsteht ein Gefühl der Erleichterung. Dieses gute Gefühl, der Gefahr entkommen zu sein, kann sich sogar langfristig positiv auf den Träumenden auswirken. Es gibt Berichte von schwerkranken Menschen, deren Genesungsverlauf nach einem Erstickungstraum deutlich positiver war.
Man kann tatsächlich sagen, dass diese Menschen die Angst vor dem Sterben überwunden und die Träume als eine Art Befreiung angesehen haben. Ihre Furcht ist verschwunden, und der Lebenswille kehrte zurück. Es ist allgemein bekannt, dass die Psyche einen wesentlichen Einfluss auf die Selbstheilungskräfte eines Menschen hat.
In diesem Kontext ist der Tod durch Ersticken lediglich in seiner Erscheinung ein Albtraum. Vielmehr handelt es sich um einen heilenden Traum, der die wichtige Konfliktbewältigung des Träumenden fördert und ihn idealerweise sogar von psychosomatischen Beschwerden (wie Angstzuständen) befreien kann.
Psychologisches / Gesellschaftliches
Ähnlich wie Ertrinken gehört der Tod durch Ersticken zu den Urängsten der Menschen. Luft ist essenziell für unser Überleben, da wir ohne Sauerstoff nicht leben können. Das Atmen ist ein automatischer und unbewusster Vorgang, vergleichbar mit dem Herzschlag. Doch im Gegensatz zum Herzschlag können wir unsere Atmung beeinflussen, indem wir sie beschleunigen, verlangsamen oder sogar kurzzeitig anhalten.
Diese Kontrolle ist jedoch begrenzt. Wenn wir den Atem anhalten, nehmen wir keinen Sauerstoff mehr auf und das schädliche CO2 wird nicht ausgeatmet. Dieses CO2 gelangt in die Blutbahn und beeinflusst den pH-Wert negativ, indem es das Blut sauer macht. Der Körper erkennt diese Veränderung und zwingt uns, wieder Luft zu holen; dies ist ein natürlicher Schutzreflex.
Normalerweise können Menschen bis zu einer Minute die Luft anhalten. Gut trainierte Personen, wie etwa Profisportler, sind in der Lage, dies länger zu tun. Es gibt jedoch auch extreme Fälle. Mit der richtigen Technik und intensivem Training können einige Menschen die Luft über eine halbe Stunde anhalten. Der aktuelle Weltrekord wird von dem Kroaten Goran Colak gehalten, der am 20.06.2014 beeindruckende 23 Minuten und eine Sekunde ohne zu atmen verweilte.
Das folgende Video zeigt den erfolgreichen Weltrekordversuch. Obwohl es recht unspektakulär wirkt – Colak liegt 23 Minuten im Pool mit dem Kopf unter Wasser – ist es faszinierend zu beobachten, was Menschen erreichen können.
Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt ist, dass jeder Erstickungsvorgang mit einem Atemstillstand endet, jedoch nicht jeder Atemstillstand zum Ersticken führt. Einige Menschen erleben regelmäßig Atemaussetzer. Ein Beispiel hierfür sind Personen mit Schlafapnoe: Ihre Atmung wird im Schlaf flacher und setzt manchmal minutenlang aus.