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Hilfe bei psychischen Problemen: Beratung, Information, Selbsthilfe

Kerze als Zeichen der Hoffnung

Träume sind der Spiegel unseres Unterbewusstseins bzw. unserer Seele. Im Traum erzeugt das Unterbewusstsein Bilder, die uns Botschaften übermitteln sollen. Dies kann äußerst positiv sein, wenn beispielsweise erlebtes Glück im Traum weiterlebt. Doch oft offenbaren Träume, nicht nur Albträume, tiefsitzende psychische Probleme. Verdrängte Emotionen dringen ins Bewusstsein, während längst vergessene Erinnerungen und traumatische Erlebnisse im Traum wiederkehren.

Psychischer Notfall: Telefonnummern für akute Krisen
Telefonseelsorge: 0800 111 0 111

0800 111 0 222

Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117
Muslimisches SeelsorgeTelefon: 030 44 35 09 821
Rettungsdienst: 112
Polizei: 110

Ähnliches gilt für psychische Probleme, die einem selbst nicht wirklich bewusst sind. Viele psychische Störungen wie nicht-organische Depressionen oder Angststörungen entwickeln sich nicht über Nacht. Häufig ist es ein schleichender Prozess, bei dem sich Probleme anhäufen und zu einer Abwärtsspirale führen, aus der man alleine nur schwer herausfindet.

Oft bemerkt man Veränderungen erst, wenn es zu Problemen mit dem Umfeld kommt. Man wird von anderen Menschen gemieden, die Leistungsfähigkeit sinkt, während Angst und Traurigkeit zunehmen. Erst dann wird einem das Problem bewusst, doch oft ist es bereits so weit fortgeschritten, dass man denkt, niemand könne helfen. Oder man glaubt, alles alleine bewältigen zu können, was selten erfolgreich ist.

Mit einigen Problemen kommt man auf die Welt. Ein Beispiel sind Depressionen, die durch Serotoninmangel entstehen. Produziert das Gehirn von der Geburt an zu wenig Serotonin oder wird es im synaptischen Spalt zu schnell wieder aufgenommen, erlebt man die Welt von Anfang an in depressiver Stimmung. Symptome solcher organischer psychischer Störungen sind Antriebslosigkeit, geringe Leistungsfähigkeit und natürlich auch schlechte Träume.

Unser Gehirn besitzt zudem einen effektiven Verdrängungsmechanismus, der als mentaler Schutzschild fungiert. Es speichert alle Erfahrungen, sowohl gute als auch schlechte. Es sind vor allem die negativen Erlebnisse, die tief im Gedächtnis verankert sind und mentale Verletzungen verursachen. Um ein normales Leben zu führen, versucht das Gehirn, diese Wunden zu schließen, indem es die Erlebnisse verarbeitet.

Beteiligt man sich nicht aktiv an diesem Prozess, heilt die Wunde nur oberflächlich. Die Verletzung bleibt, aber sie ist nicht mehr sichtbar. Daher geht es einem nach traumatischen Erlebnissen wie einer Fehlgeburt, einer Vergewaltigung oder dem gewaltsamen Verlust eines nahestehenden Menschen oft relativ schnell wieder besser. Nach einiger Zeit denkt man vielleicht nicht mehr daran.

Das bedeutet jedoch nicht, dass uns die Vergangenheit nicht in Träumen einholen kann. Posttraumatische Belastungsstörungen treten oft erst Jahre nach dem Ereignis auf, meist in Form von Schlaflosigkeit, Albträumen, Depressionen oder ungewöhnlichen Angstzuständen. In der Traumdeutung kann man von einem bestimmten Traum nicht direkt auf seine Bedeutung oder Ursache schließen. Wenn eine erwachsene Frau im Traum vom eigenen Vater vergewaltigt wird, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass sie als Kind missbraucht wurde und die Erinnerungen verdrängt hat. Möglich ist es aber dennoch.

Wir von traeumen.org wissen, dass die Traumdeutung ein sehr persönlicher Bereich ist, der eng mit der individuellen Psyche unserer Besucher verknüpft ist. Der Gedanke hinter traeumen.org war stets, unseren Besuchern die bestmöglichen Informationen über die Bedeutung ihrer Träume zu liefern und ihnen verschiedene Deutungsmöglichkeiten anzubieten. Schließlich sind viele Traumsymbole, wie etwa Träume vom Tod, viel positiver als sie zunächst erscheinen.

Diese positiven Deutungen möchten wir ebenso vermitteln wie jene, die auf reale psychische Probleme hinweisen können. In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass unsere meistgelesenen Artikel von Themen dominiert werden, die überwiegend auf seelische Probleme und akute Ängste hinweisen.

Natürlich ist uns bewusst, dass der Großteil unserer Leserschaft lediglich an der Bedeutung ihrer Träume interessiert ist und sich bester mentaler Gesundheit erfreut, ohne weitergehende Betreuung oder Psychotherapie zu benötigen. Es gibt jedoch auch Nutzer, die mit teils schweren psychischen Problemen zu kämpfen haben und – bewusst oder unbewusst – nach Hilfe suchen.

Wir selbst können nicht direkt helfen. Was wir jedoch bieten können, ist Hilfe zur Selbsthilfe. Aus diesem Grund finden unsere Leser auf dieser Seite zahlreiche Anlaufstellen, Personen und Organisationen, an die sie sich bei einer vermuteten seelischen Erkrankung oder im akuten Krisenfall wenden können. Zudem möchten wir die Angehörigen von Betroffenen erreichen und aufzeigen, wie sie psychische Probleme erkennen und was sie tun können, um den Betroffenen zu helfen. Wenn wir so auch nur einem Menschen helfen und sein Leben verbessern können, hat sich die Arbeit bereits gelohnt. Hier finden Sie unsere Liste mit empfehlenswerter Literatur zu psychischen Krankheiten, Ratgeber und weiteren Medien gegen schlechte Stimmung.

Zusätzliche Bemerkungen und Hinweise: Dieser Artikel richtet sich an jeden, der sich über psychische Krankheiten informieren möchte, insbesondere jedoch an Betroffene, die auf der Suche nach Hilfe sind, sowie deren Angehörige. Um den Text lesbarer zu gestalten, haben wir uns für die männliche Sprachform entschieden. Selbstverständlich sind sowohl männliche als auch weibliche Betroffene, Angehörige usw. gemeint. Es gibt eine Vielzahl psychischer Erkrankungen, die hier nicht alle separat aufgelistet werden können. Der Einfachheit halber verwenden wir das Wort Depressionen auch als Überbegriff für diverse verwandte Erkrankungen wie Angststörungen, Neurosen, Psychosen, Zwangsstörungen etc.

Informationen für Menschen mit Depressionen, Angststörungen u.a. psychischen Erkrankungen und Problemen

In Krisenzeiten begehen viele Betroffene einen bedeutenden Fehler: Sie vermeiden es, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein Hauptgrund ist die irrationale Angst, als schwach wahrgenommen zu werden. Oftmals besteht die Schwierigkeit darin, das eigene Problem anzuerkennen und darüber zu sprechen, aus Angst, von anderen als schwach oder als Versager abgestempelt zu werden. Doch dieser Gedanke ist grundlegend falsch.

Depressionen, Ängste und andere psychische Probleme sind keine Zeichen von Schwäche. Das Leiden darunter mag Schwäche suggerieren, doch niemand ist dafür verantwortlich. Wenn Sie beispielsweise unter Depressionen leiden, haben Sie sich das nicht ausgesucht. Es ist weder Ihr Versagen noch Ihr Fehler oder Ihre Schuld. Es sich einzugestehen und zu erkennen, dass man etwas ändern muss, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von reiner Stärke.

Niemand sollte sich schämen, um Hilfe zu bitten. Schließlich haben Sie in einer solchen Lage zwei Möglichkeiten: Entweder setzen Sie den bisherigen Weg fort und verschlimmern Ihr Leid oder Sie überwinden sich und nehmen Hilfe an. Die zweite Option führt dazu, dass Sie sich erholen und Lebensqualität zurückgewinnen, sodass Sie ein Leben ohne Sorgen, Ängste und tiefe Traurigkeit führen können. Welche Option klingt für Sie besser?

Viele Menschen, die sich für die zweite Option entschieden haben, finden den ersten Schritt schwierig, da sie sich innerlich wie gelähmt fühlen. Gedanken wie „Ich kann da nicht hin, die halten mich doch für verrückt“, „Ein Therapeut hat Besseres zu tun, als sich mit meinen Problemen zu beschäftigen“ oder „Wenn ich da anrufe, weiß ich nicht, was ich sagen soll“ schleichen sich ein. Diese Gedanken sollten Sie beiseite schieben, denn im Gegensatz zu Ihren tatsächlichen Problemen ist diese Angst selbst gemacht und das geringste Ihrer Probleme.

Psychotherapeuten und Seelsorger haben es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen wie Ihnen zu helfen. Sie kennen die Probleme und die Hemmnisse, die Hilfesuchende überwinden müssen. Wenn Sie dort anrufen und jemand den Anruf entgegennimmt, sprechen Sie mit jemandem, der Ihnen helfen möchte und in der Lage ist, das Gespräch zu beginnen und zu führen. Sie können nichts falsch machen.

Der Person am anderen Ende der Leitung ist es im Grunde genommen egal, wer Sie sind oder was Sie glauben zu sein. Wie ist das gemeint? Es spielt keine Rolle, wie Sie heißen, wie alt Sie sind, woher Sie kommen, woran Sie glauben, was Sie in Ihrem Leben getan haben, wie Sie aussehen oder ob Sie arm oder reich sind. In diesem Moment ist all das unwichtig.

Für den Seelsorger oder Therapeuten sind Sie einfach ein Mensch mit Problemen, der Hilfe sucht. Und genau das ist für sie nicht egal. Sie sind nicht das, was die Gesellschaft über Sie denkt oder was Sie glauben, dass über Sie gedacht wird. Sie sind ein Mensch mit dem Mut, über seine Probleme zu reden, sie zu teilen und sich helfen zu lassen. Und eines können Sie sicher sein: Ein Therapeut oder Seelsorger wird Sie niemals verurteilen oder Ihre Sorgen und Probleme nicht ernst nehmen.

Notfall / Krise

Das Leben kann manchmal unvorhersehbare Wendungen nehmen, die eine tiefgreifende psychische Krise auslösen. In bestimmten Situationen kann man sich überwältigt fühlen, von intensiver Angst geplagt oder einen Nervenzusammenbruch erleben. In solchen psychischen Notlagen wird niemand alleine gelassen.

In einer akuten Notfallsituation stehen immer die bekannten Notrufnummern zur Verfügung:

  • Rettungsdienst: 112
  • Polizei: 110
  • Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116117

Diese Telefonnummern sind rund um die Uhr erreichbar, ohne Vorwahl und kostenlos. Bei einer akuten Bedrohung für andere ist die Polizei die erste Anlaufstelle. Bei Selbstgefährdung, wie etwa bei Suizidrisiko, sollte sofort der Rettungsdienst kontaktiert werden. Die Einsatzkräfte sind in der Lage, medikamentös zu helfen und den Betroffenen in ärztliche Betreuung zu übergeben.

Telefonseelsorge

Nicht in jeder Krise müssen sofort Polizisten oder Sanitäter gerufen werden. Oft genügt es, mit einem Seelsorger oder Psychologen zu sprechen, der Verständnis zeigt, zuhört, beruhigt und dadurch hilft, die aktuelle Krise zu bewältigen. Vielen Menschen fällt es in einer psychischen Ausnahmesituation leichter, am Telefon über ihre Probleme zu sprechen.

Die Telefonseelsorge steht Ihnen nicht nur in akuten Krisenfällen zur Verfügung. Sie können dort jederzeit anrufen, wenn Sie von Ängsten, Sorgen, Unsicherheiten oder ähnlichen Problemen belastet sind und jemanden brauchen, der Ihnen zuhört und beisteht.

Ein besonderer Vorteil ist, dass am Telefon Ihre Identität keine Rolle spielt. Es herrscht eine schützende Anonymität, da die Person am anderen Ende der Leitung Sie nicht kennt, nicht sehen kann und wahrscheinlich nie treffen wird, was bedeutet, dass sie sich kein Urteil über Sie erlauben kann.

In Deutschland gibt es zwei Telefonnummern, unter denen jederzeit kostenlose Telefonseelsorge angeboten wird:

  • 0800 111 0 111
  • 0800 111 0 222

Website: www.telefonseelsorge.de

Die Telefonseelsorge wird von der evangelischen und der katholischen Kirche unterstützt.

Muslimisches SeelsorgeTelefon

Da die oben genannte Telefonseelsorge von der christlichen Kirche betrieben wird, ist es nachvollziehbar, dass es innerhalb der muslimischen Gemeinde in Deutschland gewisse Vorbehalte gibt, dieses Angebot in Anspruch zu nehmen. Grundsätzlich unterscheiden sich die Gefühle, Ängste und Sorgen von Muslimen nicht von denen anderer Menschen, seien es Christen oder Angehörige anderer Religionen.

Dennoch kann es sehr hilfreich sein, sich an jemanden wenden zu können, der ebenfalls Muslim ist, allein schon deshalb, weil das Verständnis für die Besonderheiten des muslimischen Glaubens und der Kultur wesentlich ausgeprägter ist als bei einem Christen.

Das muslimische SeelsorgeTelefon wird durch Spenden finanziert und beschäftigt qualifizierte Muslime, die ehrenamtlich tätig sind. Es ist rund um die Uhr erreichbar. Personen, die das Seelsorgeangebot lieber auf Türkisch bzw. in türkischer Sprache nutzen möchten, können jeden Dienstag türkischsprachige Seelsorger erreichen. Das Angebot des muslimischen SeelsorgeTelefons ist für die Anrufer kostenlos. Es fallen lediglich die üblichen Telefongebühren für das deutsche Festnetz an.

Rufnummer Muslimisches SeelsorgeTelefon: 030 44 35 09 821

Website: www.mutes.de

Seelsorge vor Ort

Die evangelische und die katholische Kirche bieten Seelsorge für jeden Lebensbereich an. Jeder Mensch kann sich mit seinen Problemen an kirchliche Seelsorger wenden. Eine Anlaufstelle ist stets das örtliche Gemeindehaus bzw. Pfarramt. Sie brauchen keine Scheu davor zu haben, einfach dort hinzugehen und sich über die Beratungsmöglichkeiten zu informieren.

Normalerweise haben kirchliche Seelsorger feste Beratungszeiten. In einem Krisenfall wird man Sie selbstverständlich auch außerhalb dieser Zeiten nicht einfach wegschicken, sondern Ersthilfe leisten und einen baldigen Termin für eine ausführliche Beratung vereinbaren. Seelsorge und Beratung ist kein Ersatz für eine Psychotherapie. Vielmehr verfolgt die Seelsorge das Ziel, Menschen Hilfe zu leisten, Rat zu geben und sie dabei zu unterstützen, ihre Probleme in den Griff zu bekommen. Das geschieht über ein bzw. mehrere Gespräche und wenn nötig auch durch Unterstützung auf der Suche nach professioneller Hilfe.

Das Angebot christlicher Seelsorge ist äußerst umfangreich und kann an dieser Stelle kaum hinreichend vorgestellt werden. Wenn Sie Kontakt mit einem Seelsorger vor Ort aufnehmen möchten, egal was Sie bedrückt, finden Sie auf den Webseiten der Kirchen und der Diakonie Telefonnummern und Adressen eines Seelsorgers in Ihrer Nähe.

Seelsorge im Internet (Chat / Mail)

Noch anonymer als am Telefon ist die Seelsorge im Internet, da man dabei nicht einmal seine Stimme preisgeben muss. Generell wird die Telefonseelsorge bevorzugt, weil sich Probleme im direkten Gespräch besser klären lassen, da eine unmittelbare Kommunikation ermöglicht wird. Dennoch bietet die Seelsorge per Mail oder Chat ebenfalls Vorteile. Einen anonymen Text zu verfassen, ist die einfachste Methode, um seine Gefühle auszudrücken, da keine direkte Reaktion erfolgt, auf die man selbst reagieren müsste.

Die Seelsorge per Email hat zudem den Vorteil, dass man sich beim Schreiben der Mails beliebig viel Zeit lassen kann. Man steht nicht unter dem Druck, sofort antworten zu müssen. Wenn man nicht sofort die passenden Worte findet, kann man später fortfahren. Gleichzeitig ist das Aufschreiben der Sorgen und Probleme bereits ein erster wichtiger Schritt zur Heilung. Wer seine Gefühle niederschreibt, setzt sich automatisch mit ihnen auseinander und kann sie besser verstehen sowie verarbeiten.

Der Nachteil der Mail-Seelsorge liegt in der oft langen Reaktionszeit. Ein Seelsorger muss die Mail erst erhalten, sie gründlich lesen, das Problem verstehen und eine passende Antwort formulieren. Bis eine Antwort eintrifft, kann ein quälendes Gefühl der Ungewissheit entstehen, da man ständig auf die Antwort wartet und nicht sicher ist, wann sie kommt. Ein weiterer Nachteil ist die unpersönliche Kommunikation im Internet.

Die nonverbale Kommunikation in Textform hat im Vergleich zur verbalen Kommunikation deutliche Nachteile. Gesprochene Sprache vermittelt weit mehr Informationen als nur die Worte. Pausen, Betonungen, Aussprache etc. geben dem Seelsorger ein wesentlich besseres Bild der Person, die Hilfe sucht. Text allein enthält diese lebendigen Zusatzinformationen nicht, was leicht zu Missverständnissen führen kann.

Im Chat ist es etwas einfacher, da potenzielle Missverständnisse direkt geklärt werden können. Teilweise ist die Chatseelsorge nur nach vorheriger Terminabsprache möglich.

Internetadressen für Seelsorge per Email

Seelsorge im Online-Chat

Psychotherapie

Eine Psychotherapie ist die optimale Methode, um Albträume, Sorgen, Ängste oder Depressionen loszuwerden. Sollten Sie den Verdacht haben, dass eine psychische Erkrankung oder seelische Belastung Ihre Träume beeinflusst oder Sie unter Ängsten, Panikattacken, einer depressiven Grundstimmung, Motivationslosigkeit, ständiger Traurigkeit oder Ähnlichem leiden, kann es sinnvoll sein, einen Psychotherapeuten aufzusuchen.

Trotzdem haben viele Menschen weiterhin Vorurteile gegenüber Psychotherapien. Diese basieren häufig auf der unbegründeten Angst, von anderen verurteilt zu werden. Niemand möchte als gestört gelten oder als jemand, der ständig zum Therapeuten gehen muss. Das ist Unsinn. Statistisch gesehen nimmt die Zahl der psychischen Erkrankungen seit mehreren Jahren stetig zu.

Dies liegt jedoch nicht daran, dass sich die Welt so sehr verschlechtert hat oder dass immer mehr Menschen das Leben nicht mehr genießen können. Der Hauptgrund ist wohl, dass psychische Erkrankungen in der Gesellschaft zunehmend als das anerkannt werden, was sie sind: Erkrankungen und keine Einbildung. Der Umgang mit Krankheiten wie Depressionen wird immer offener.

Diese soziale Entwicklung wurde durch Ereignisse wie den tragischen Suizid des Fußballtorhüters Robert Enke am 10. November 2009 beschleunigt. Enke, der wegen seiner Depressionen mehrfach in psychiatrischer Behandlung war, zeigte seine Erkrankung in der Öffentlichkeit nicht. Sein Selbstmord war für Millionen von Menschen ein großer Schock.

Der einzige positive Aspekt dieser Tragödie ist, dass Depressionen als Symbol für psychische Störungen nach seinem Tod medial und gesellschaftlich präsenter wurden. Viele Menschen erkannten, dass Depressionen keine Hirngespinste trauriger Versager sind, sondern eine Erkrankung, die wirklich jeden treffen kann – auch einen international erfolgreichen Spitzentorwart, dessen Leben scheinbar das Gegenteil dessen war, was man bei jemandem vermutet, der sich aufgrund von Depressionen das Leben nimmt.

Solche und weitere prominente Beispiele haben dazu geführt, dass sich immer mehr psychisch erkrankte Menschen nicht mehr verstecken und professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Der überwiegende Teil der „Neuerkrankten“ sind Menschen, die schon lange unter Depressionen litten und sich allmählich trauen, es zuzugeben. Auch Sie sollten Ihr Wohlbefinden über die Angst vor Stigmatisierung stellen und mit einem Therapeuten über Ihre Albträume, Angstzustände oder andere psychische Beschwerden sprechen. Doch wie funktioniert eine Psychotherapie?

Den Erstkontakt können Sie beispielsweise über Ihren Hausarzt herstellen. Ein guter Allgemeinmediziner kann schnell feststellen, ob Ihre Probleme organischen Ursprungs sind oder nicht. Manche körperlichen Krankheiten zeigen ähnliche Symptome wie psychische Störungen. Ein Beispiel ist die Schilddrüsenunterfunktion, deren Symptome unter anderem depressive Stimmungen, Teilnahmslosigkeit oder Konzentrationsstörungen umfassen. Sind organische Ursachen auszuschließen, kann Ihr Hausarzt Ihnen konkrete Informationen über psychotherapeutische Möglichkeiten geben und Ihnen möglicherweise gleich einen Therapeuten empfehlen.

Sie können sich jedoch auch direkt an einen Psychotherapeuten wenden. Eine ärztliche Überweisung ist nicht notwendig. Die Kosten für eine Psychotherapie werden von der Krankenkasse übernommen. Kurzzeittherapien mit bis zu 25 Sitzungen werden normalerweise problemlos genehmigt. Sollte diese Anzahl nicht ausreichen, ist auch eine Verlängerung möglich.

Damit die Krankenkasse die Kosten übernimmt, muss der Psychotherapeut bestimmte Voraussetzungen erfüllen, wie beispielsweise von einer kassenärztlichen Vereinigung zugelassen zu sein. Kontaktdaten zugelassener Psychotherapeuten können Sie direkt bei Ihrer Krankenkasse erfragen. Alternativ können Sie auch eine Therapeutensuche im Internet durchführen. Dafür eignen sich vor allem diese Internetseiten:

  • BPtK – BundesPsychotherapeutenKammer

    Rufen Sie ruhig bei allen Therapeuten an, die für Sie aufgrund der Entfernung relevant sind. Therapieplätze sind nicht immer einfach zu bekommen. Es kann vorkommen, dass Sie mehrere Therapeuten kontaktieren und von jedem hören, dass erst in einigen Monaten ein Platz frei wird. Ebenso gut kann es aber auch passieren, dass Sie bei den nächsten drei Therapeuten auf Ihrer Liste gleich einen Termin für die kommende Woche vereinbaren können. Geben Sie daher bei den ersten Rückschlägen nicht gleich auf. Versuchen Sie es weiter.

    Falls Sie sich unsicher sind, was Sie am Telefon sagen sollen, denken Sie daran: Die Therapeuten sind Experten für psychische Erkrankungen und wissen, dass sie manchmal auch selbst das Gespräch initiieren müssen. Der Therapeut wird am Telefon nur einige grundlegende Fragen stellen, um festzustellen, ob er Ihnen helfen kann oder ob Sie besser jemanden aufsuchen sollten, der sich auf ein anderes Fachgebiet spezialisiert hat. Am Ende des kurzen Gesprächs vereinbaren Sie einen ersten Termin.

    Das erste Gespräch wird auch probatorische Sitzung genannt und dauert etwa 50 Minuten. In dieser Sitzung besprechen Sie mit dem Therapeuten natürlich den Grund Ihres Besuchs. Sie lernen sich gegenseitig kennen und finden heraus, ob Sie tatsächlich eine psychische Erkrankung haben, die einer Behandlung bedarf.

    Zudem finden Sie heraus, ob der Therapeut Ihnen tatsächlich helfen kann. Dabei geht es weniger um die fachliche Kompetenz des Therapeuten. Vielmehr geht es darum, ob Sie das Gefühl haben, dass er der richtige Therapeut für Sie ist. Wenn Sie in Anwesenheit des Therapeuten das Gefühl haben, sich nicht öffnen bzw. ihm anvertrauen zu können, sind die Erfolgsaussichten der Therapie gering. Können Sie ihm kein Vertrauen entgegenbringen, sollten Sie sich einen anderen Therapeuten suchen.

    Die ersten Sitzungen werden generell immer von den Krankenkassen übernommen. Sie müssen lediglich Ihre Krankenversicherungskarte dabei haben, damit der Therapeut die Sitzung abrechnen kann. Es ist Ihr gutes Recht, mehrere Psychotherapeuten aufzusuchen und Erstgespräche zu führen. Sie müssen sich auch nach der ersten Sitzung noch nicht endgültig entscheiden, ob Sie bei dem Therapeuten bleiben oder lieber zu einem anderen gehen.

    Theoretisch können Sie fünf bis acht probatorische Sitzungen pro Therapeut wahrnehmen. In der Praxis jedoch ist dies selten der Fall, denn wenn Sie spätestens nach der dritten Sitzung immer noch nicht der Meinung sind, ihm vertrauen zu können, dürfte sich das wahrscheinlich auch nicht mehr ändern.

    Wenn Sie sich entschieden haben, stellen Sie gemeinsam mit dem Therapeuten einen Antrag auf Kostenübernahme bei Ihrer Krankenversicherung. Sobald die Therapie bewilligt ist, können Sie mit den regulären Sitzungen beginnen.

    Selbsthilfe: Informationen für Angehörige

    Nicht nur die Betroffenen selbst leiden unter ihrer erkrankten Psyche, sondern auch ihr Umfeld, insbesondere die direkten Angehörigen. Eltern, Verwandte, Lebenspartner und enge Freunde können empfindlich auf Veränderungen im Verhalten von Betroffenen reagieren. Nicht jede Veränderung deutet jedoch sofort auf eine klinische Depression hin. Doch wie erkennt man, ob jemand an einer Depression erkrankt ist oder sein könnte? Der YouTuber Andre Teilzeit, selbst von Depressionen betroffen, erstellt sehr informative Videos zum Thema. In diesem Video erklärt er beispielsweise, wie man Depressionen identifizieren kann:

    Die Reaktion auf den Verdacht einer vorliegenden Depression sollte gut durchdacht sein. Was können Sie als Angehöriger tun und was sollten Sie vermeiden? Mit dem richtigen Umgang mit der betroffenen Person können Sie eine große Hilfe sein oder die Situation verschlimmern. Am besten helfen Sie, indem Sie drei einfache Regeln befolgen:

    Regel 1: Geduld und Verständnis aufbringen

    Wer sich in einer mentalen Krise befindet, ist häufig gereizt, träge und in sich gekehrt. Vorwürfe sind in einer solchen Situation nicht hilfreich. Aussagen wie: „Entspann dich mal“, „Krieg endlich mal den Hintern hoch“ oder „Du kommst ja nie irgendwie aus dem Quark“, erzeugen Druck, auf den oft mit Abschottung und Ablehnung reagiert wird. Der Betroffene empfindet solche Sätze als Vorwürfe von seinen Nächsten und fühlt sich missverstanden, was seine negative Sicht auf sich selbst und die Welt verstärkt.

    Eine psychische Störung beeinflusst das Wesen des Betroffenen. Er selbst kann nichts dafür. Ähnlich verhält es sich mit Sätzen wie: „Ich weiß gar nicht, warum du Depressionen hast, dein Leben ist doch super“. Wie würden Sie als Asthmatiker reagieren, wenn Ihnen jemand sagen würde „Warum hast du eigentlich Atemnot? Hier ist doch genug Luft“?

    Besser ist es, in Ruhe mit dem Betroffenen zu sprechen. Was er braucht, ist Verständnis und jemanden, mit dem er über seine Gefühle reden kann. Mit der Zeit wird er sich öffnen und nicht mehr so ablehnend reagieren, wenn Sie sagen, dass auch Sie unter seinem Zustand leiden. Mit Geduld, Gesprächsbereitschaft und einer nicht vorwurfsvollen Kommunikation schaffen Sie es, dass der Betroffene einsieht, dass es so nicht weitergehen kann, dass er ein Problem hat und externe Hilfe benötigt.

    Regel 2: Ruhig bleiben und keinen Stress oder Druck aufbauen

    Wenn Sie Regel 1 befolgt haben, könnte der Betroffene bereit sein, sich an einen Seelsorger oder Therapeuten zu wenden. Doch die Bereitschaft allein reicht oft nicht aus, da die Suche nach professioneller Hilfe als großer Kraftakt empfunden wird und der Griff zum Telefonhörer schwerer scheint als das Errichten einer ägyptischen Pyramide.

    Betroffene setzen sich meist selbst stark unter Druck und brauchen keinen zusätzlichen Stress von außen. Wenn Sie helfen möchten, vermeiden Sie es, den Betroffenen zu drängen, sich Hilfe zu suchen. Unterstützen Sie ihn lieber. Suchen Sie selbst nach Therapeuten und Seelsorgern oder erstellen Sie gemeinsam mit dem Hilfebedürftigen eine Liste mit Ansprechpartnern. Diese Unterstützung kann Wunder wirken und die Hemmschwelle senken, tatsächlich anzurufen. Die Botschaft, die beim Betroffenen ankommt, lautet: „Du bist nicht allein, ich glaube an dich und helfe dir“.

    Drängen Sie ihn nicht zur Kontaktaufnahme. Statt den Hörer hinzuhalten und zu sagen: „So, jetzt rufst du endlich an“, ist es besser, den Hörer hinzulegen und den Betroffenen allein zu lassen. Wenn er es nicht ausdrücklich wünscht, ist es für ihn leichter, selbst zu entscheiden, wann er anrufen möchte, als wenn es ihm jemand sagt. Außerdem fühlt er sich sicherer, wenn ihm dabei keine dritte Person zuhört, da nicht das Gefühl entsteht, kontrolliert oder geprüft zu werden.

    Regel 3: Weiterhin Unterstützung leisten

    Leisten Sie auch während der Behandlung weiterhin Unterstützung. Arbeiten Sie mit dem Betroffenen zusammen, treffen Sie Abmachungen und halten Sie sich daran. Wenn er nach einer Sitzung zurückkommt und nicht darüber reden möchte, respektieren Sie das. Wenn sich seine Symptome anfangs verschlimmern sollten, respektieren Sie auch das.

    Die angesammelten Gefühle und die „mentale Verkrustung“ durch die Erkrankung werden aufgebrochen, und die Konfrontation damit kann extrem belastend sein. In solchen Phasen müssen Sie dem Betroffenen Geduld und Verständnis entgegenbringen. Außerdem hilft es, eine größtmögliche Normalität herzustellen, ein gesundes Umfeld zu schaffen und dem Betroffenen nicht das Gefühl zu geben, krank zu sein. Er sucht den Einstieg in die Normalität, ein Sonderstatus wäre kontraproduktiv.

    Informationen für Eltern

    Kinder haben oft die lebhaftesten Träume, und Albträume sind dabei keine Seltenheit. Wenn die Fantasie eines Kindes überbordet oder es vor etwas Bestimmtem Angst hat, wie beispielsweise einem bevorstehenden Impftermin, bei dem der Arzt mit der Spritze sticht, sind solche bösen Träume völlig normal und kein Grund zur Sorge. Kinder erleben dies ähnlich wie Erwachsene.

    Treten Albträume bei Kindern jedoch ständig auf, sollten Eltern überlegen, ob nicht ein ernstzunehmender Grund dahintersteckt. Spätestens wenn sich das Verhalten eines Kindes generell negativ verändert, sollten Eltern aufmerksam werden. Häufige Albträume und auffälliges Verhalten können bei Kindern oft auf ein traumatisches Erlebnis hindeuten.

    Dies könnte ein gemeinsam erlebtes Ereignis sein, wie ein schwerer Verkehrsunfall oder ein Wohnungsbrand. Auch außerhalb des elterlichen Einflussbereichs können Kinder Traumata erleben, beispielsweise als Augenzeuge eines Verbrechens oder im schlimmsten Fall durch Missbrauch.

    Dass ein traumatisches Erlebnis einen Schock auslöst, von dem sich das Kind zunächst erholen muss, ist nachvollziehbar. Folgende Verhaltensweisen sind nach einem traumatischen Erlebnis normal:

    • Konzentrationsprobleme
    • Nervosität
    • Schreckhaftigkeit
    • Erhöhte Reizbarkeit / Aggressivität
    • Starke Trennungsängste
    • Albträume
    • Zurückgezogenheit

    Es ist nicht ungewöhnlich, dass solche Verhaltensweisen bis zu zwei Monate nach dem Ereignis anhalten. Eltern sollten ihrem traumatisierten Kind viel Zeit widmen, mit ihm sprechen und ihm Sicherheit und Normalität vermitteln.

    Sollten die Symptome im Laufe der Zeit nicht abklingen, könnte eine behandlungsbedürftige posttraumatische Belastungsstörung vorliegen.

    Die Internetseite kidtrauma.com bietet unter anderem einen Schnelltest an, mit dem Sie feststellen können, ob bei Ihrem Kind möglicherweise eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) vorliegt. Der Schnelltest dient als Hinweis und ersetzt keinesfalls eine professionelle Diagnose.

    Wenn Sie vermuten, dass Ihr Kind unter PTBS leidet, sollten Sie einen Kinderpsychologen oder Kinderpsychiater aufsuchen. Auf kidtrauma.com finden Sie eine Liste von Fachstellen für psychologische Beratung für Kinder mit PTBS im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz).

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