Träume von Geistern und Gespenstern


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Träume von Geistern müssen nicht negativer Natur sein

Bei Geistern und Gespenstern handelt es sich um Traumsymbole, die tendenziell eher negativ zu deuten sind. Sie sind allerdings keine rein negativen Traumsymbole, obwohl sie in den meisten Fällen für etwas Negatives, Angsteinflößendes oder Vergangenes stehen. Träumt man von einem Geist oder einem Gespenst, mag es zwar meist negativen Ursprungs sein, jedoch ist die Botschaft häufig positiver Natur, da Geister und Gespenster in Träumen sehr oft als Hinweis auf oder Warnung vor etwas erscheinen.

Geister und Gespenster sind etwas, das man nicht greifen kann. Sie können unterschiedlichste Erscheinungsformen annehmen oder aber unsichtbar sein. Geister und Gespenster sind surreale Wesen, die einen verfolgen können oder denen man im Gegenzug hinterherjagen kann. Selbst, wenn man sie erwischt oder von ihnen erwischt wird, geschieht nichts. Man kann sie nicht ertasten oder ergreifen, sondern lediglich sehen oder fühlen (im Sinne von „ihre Präsenz wahrnehmen“). Sie sind zudem in fast allen Kulturen mit dem Tod verbunden. Todeserscheinungen in Träumen verstören viele Menschen, jedoch meistens zu Unrecht.

Unterschied zwischen Geist und Gespenst

Geister und Gespenster kann man durchaus verwechseln. Schließlich sind beide körperlose Wesen, welche trotz des Fehlens von Materie irgendwie existieren. Grundlegend kann man Geister und Gespenster von ihrer Wesenheit und ihren Eigenschaften gleichsetzen. Im Volksmund wird Gespenst häufig als Synonym für Geist gebraucht. In esoterischen, religiösen und spirituellen Kreisen gibt es jedoch feine Unterscheidungen zwischen Geist und Gespenst.

Geister beschreiben in der Regel die Seelen der Toten. Dabei steht jeder Geist für einen bestimmten Verstorbenen. Der Geist ist das, was von einem Lebewesen nach dem körperlichen Tod übrig bleibt und wird deshalb oft auch mit der Seele gleichgesetzt. Im alltäglichen Sprachgebrauch spricht man auch davon, einen Geist gesehen zu haben oder, dass einem ein Geist im Traum erschienen ist. Dabei ist es fast immer möglich, den erschienenen Geist einer realen Person zuzuordnen.

Gespenster dagegen sind zwar ebenfalls immaterielle Erscheinungen von Verstorbenen, jedoch von ihrem Wesen her „allgemeiner“. Im Gegensatz zu Geistern, ist es bei Gespenstern viel schwieriger bis unmöglich, die Erscheinung einer bestimmten Person zuzuordnen. So spricht man beispielsweise von einem Schlossgespenst oder Schreckgespenst, wenn man etwas Geisterhaftes sieht, das aber nicht klar identifizierbar ist. Gespenster sind daher nicht „so nah am Menschen“ und unbekannter Herkunft.

Man kann sagen: Es handelt sich bei Gespenstern um eine Gattung, bei Geistern um eine konkrete Art, so wie Katze eine Tiergattung ist, Tiger oder Langhaarkatze dagegen eigene Arten dieser Gattung.

Träume von Geistern und Gespenstern unterscheiden

Um Träume von einem Geist oder einem Gespenst zu deuten, muss man zunächst ermitteln, ob es sich um einen „spezifischen“ Geist oder ein „allgemeines“ Gespenst handelt. Aufgrund der Ähnlichkeiten von Geist und Gespenst ist es schwierig, diese eindeutig zu trennen. Hier sollte man sich auf sein Gefühl verlassen. Die einzige Ausnahme wäre, wenn die nächtliche Erscheinung eine klare und erkennbare Form hat. Dann ist es ein Geist. Je unschärfer der Geist allerdings wird, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um ein Gespenst handelt.

Bei der Differenzierung zwischen Geist und Gespenst, ist der Kontext der Traumerscheinung eine wichtige Hilfe. Gespenster werden eher mit Erinnerungen und Erlebnissen in Verbindung gebracht, Geister dagegen mit Charaktereigenschaften und spezifischen Ängsten. Gespensterträume gehen daher häufiger mit dem Gefühl einher, etwas schon einmal erlebt zu haben, sei es die geträumte Situation oder ein unangenehmes Gefühl, welches man schon mal hatte und zu verdrängen versucht.

Träume von Geistern sind eher personenbezogen. Sie sind meistens geprägt von relativ konkreten Ängsten und damit einhergehenden Fluchtinstinkten. Ein Geist hat in einem Traum in der Regel eine bestimmte Form. Er kann aussehen wie jemand, den man kennt oder mal gekannt hat. Es ist aber auch gut möglich, dass man sich selbst als Geist in einem Traum erscheint. Auch prominente oder historische Personen können in Geisterform in Träumen erscheinen. Es ist nicht unbedingt wichtig, den Geist einer bestimmten Person zuordnen zu können. Die Handlung, bzw. der Kontext, ist in einem Geistertraum weniger relevant als in einem Gespenstertraum.

Träume von Gespenstern deuten

Träumt man von einem Gespenst oder mehreren Gespenstern, wird man in der Regel mit der Vergangenheit konfrontiert. In den meisten Fällen stehen Traumgespenster für noch nicht wirklich verarbeitete Erlebnisse. Die Erinnerungen spuken wortwörtlich im Kopf des Träumenden herum. Dabei kann es sich durchaus um etwas handeln, dessen man sich gar nicht mehr bewusst ist und denkt, doch schon längst verarbeitet zu haben. Ein Beispiel könnte eine lang zurückliegende Trennung sein, die man für endgültig überwunden hält.

Das Gespenst im Traum verfolgt den Träumenden als eine Art substanzloses Gefühl. Gespensterträume werden von dem Träumenden sehr oft als äußerst gefühlsintensiv beschrieben. Dies liegt nicht unbedingt daran, dass das Gespenst Angst und Schrecken verbreitet oder als Aggressor auftritt, sondern vielmehr daran, dass das Gespenst die meist negativen Gefühle eines vergangenen Ereignisses wieder heraufbeschwört.

Die Erscheinung des Gespenstes spielt in diesen Träumen eine eher untergeordnete Rolle. Um herauszufinden, welche Bedeutung der Gespenstertraum hatte, sollte man dementsprechend analysieren, in welcher Situation man sich schon einmal genau so gefühlt hat, wie in dem Traum. Nach der Traumdeutung liegt es am Träumenden, sich zu fragen, warum er das entsprechende Erlebnis noch nicht überwunden hat und warum er von den vergangenen Emotionen wieder heimgesucht wird.

Gespenster erscheinen in Träumen demnach als Art Botschafter, die den Träumenden auf gewisse Aspekte seiner Persönlichkeit aufmerksam machen sollen. Oft werden sie daher auch als Symbol für die innere Stimme gedeutet. Sie können aber auch auf positive Dinge hinweisen. So können sie ebenso für Wünsche und große Ziele des Träumenden stehen, denen er nachjagen könnte und wahrscheinlich auch sollte.

Spricht man im Traum mit dem Gespenst, ist das in der Regel als gutes Zeichen zu verstehen. Mit einem Gespenst zu reden zeigt an, dass man sich seinen Ängsten stellen kann und mit ihnen in Dialog tritt.

Träume von Geistern deuten

Traumdeutung GeistErscheint jemandem in einem Traum ein Geist, bedeutet das meistens, dass die natürliche Ordnung gestört ist. Natürliche Ordnung bezeichnet hier die eigene innere Ordnung. Irgendetwas stimmt mit der Psyche des Träumenden nicht, es gibt etwas, das ihn sehr belastet, sei es etwas lang in der Vergangenheit liegendes oder etwas, das in der Zukunft unvermeidbar sein wird.

Häufig werden Geister im Traum mit dem Tod in Verbindung gebracht und stellen die Seelen von Verstorbenen dar, die nach deren körperlichem Dahinscheiden freigesetzt werden. Geister nehmen in Träumen meistens eine erkennbare Gestalt an. Sehr häufig kann der Träumende den Geist einer bestimmten Person zuordnen, beispielsweise der verstorbenen Oma, einem Bekannten, Darth Vader oder sich selbst.

Ein geträumter Geist bedeutet nicht, dass man in der Wachwelt Probleme mit der entsprechenden Person hat oder hatte. Geister sind die Erscheinungsform der ungreifbaren Seele der Personen und stehen deswegen in der Regel für deren stärkste Charaktereigenschaften. Erscheint dem Träumenden zum Beispiel der Geist der eigenen Mutter im Traum, ist es durchaus möglich, dass der Traum tatsächlich mit der Mutter zu tun hat. Viel wahrscheinlicher ist es allerdings, dass der geträumte Geist der Mutter für ihre herrausragenden Eigenschaften steht und sie als Traumsymbol nicht sich selbst, sondern etwas wie Liebe, Fürsorge oder Geborgenheit darstellt.

Je nach Interaktion mit dem Geist können sie für positive oder negative Eigenschaften stehen, die dem Träumenden Angst machen oder dazu ermutigen, diese Charakterzüge selbst verstärkt an den Tag zu legen.

In der Mehrzahl der Traumberichte über Geister wird der Geist allerdings negativ gedeutet. Er ist eine archetypische Schattenfigur, in der sich Charaktereigenschaften zeigen, die man im Sinne eines kollektiven Unterbewusstseins in sich trägt, sie im Wachleben jedoch ablehnt oder unterdrückt.

Solche negativen Geisterträume kann und sollte man allerdings positiv nutzen, denn hat man das Problem einmal erkannt, kann man daran arbeiten, sich besser so akzeptieren, wie man tatsächlich ist und dadurch auch die Angst vor seinem bösen Geist verlieren. So kann ein Traum von einem Geist, der zunächst als Albtraum wahrgenommen wurde, zu einem Traum werden, vor dem man keine Angst mehr haben muss.

Geister- und Gespensterträume in anderen Kulturen

Geister und Gespenster spielen auch in anderen Kulturkreisen eine große Rolle. Genauso wie im westlich-europäischen Raum, bedeuten Träume von Geistern und Gespenstern auf der ganzen Welt meist etwas Negatives.

Im arabischen Raum stehen Geister und Gespenster im Traum in der Regel für Falschheit und Gefahr. Sie kündigen Unheil an und mahnen den Träumenden zur Vorsicht. Kann man den Geist als den einer lebenden Person identifizieren, droht eine schlechte Nachricht. Sieht man im islamischen Raum dagegen den Geist eines toten Freundes, ist dies eine sehr gute Botschaft, denn es bedeutet, dass man einen guten Freund hat, der einen nicht im Stich lässt, egal, was auch passieren mag.

Auch im indischen Raum sind Geister und Gespenster kein gutes Zeichen. Sie warnen vor Unrecht, Sünde und Betrug.

In der chinesischen Traumdeutung sieht es kaum anders aus. Erscheint im Traum ein Geist oder ein Gespenst, ist mit einer schlechten Botschaft zu rechnen. Trachtet ein Geist dem Träumenden nach dem Leben, ist dieser Traum als Warnung davor zu verstehen, von anderen Menschen ausgenutzt zu werden. Erscheint der Geist dagegen im Garten, steht das für spirituelle Kraft und das Überwinden von Ängsten.

Psychologisches / Gesellschaftliches

Geister und Gespenster gibt es in eigentlich allen Kulturen dieses Planeten. Es gibt keine Weltreligion, die postuliert, dass das Leben eines Menschen mit seinem Tod endgültig vorbei ist. Im Buddhismus stirbt nur der Körper. Die Seele verlässt ihn im Moment des Todes und wird kurz darauf in einem anderen Körper wiedergeboren. Das geschieht so oft, bis die Seele den Zustand der Erleuchtung und somit den ewigen Zustand des Nirwana erreicht hat.

Im Christentum landen die Seelen der Toten entweder im Himmel oder der Hölle, ähnlich wie im Islam. Auch im Islam glaubt man an eine unsterbliche Seele. Der Tod wird begriffen als Befreiung von den Belastungen des Lebens. Die Seele begibt sich in die Zwischenwelt (Barzach) und verweilt dort bis zum Jüngsten Gericht, dem Tag der Entscheidung, ob die Seele die Ewigkeit in der Hölle verbringen muss oder in den Himmel darf.

Obwohl der Tod in keiner Weltreligion das Ende des Lebens darstellt und es einen guten Himmel oder einen ähnlichen wunderbaren Ort gibt, strebt kaum ein Mensch danach, diesen so schnell wie möglich zu erreichen. Die Angst vorm Tod ist allgegenwärtig und gehört zu den Urängsten der Menschen.

Die Seelen der Toten sollten als Geist an diesem schönen Ort sein. Sie verlassen die Erde in ihrer natürlichen Form und begeben sich in das Reich der Toten. Dass Geister und Gespenster als Schreckenssymbole gelten, liegt zum größten Teil daran, dass sie, wenn sie jemandem im Traum erscheinen, immer noch auf der Erde sind. Irgendetwas stimmt nicht mit ihnen, sie finden den Weg ins Himmelreich nicht oder werden nicht hereingelassen. Vielleicht haben sie auch noch etwas auf der Erde zu erledigen, bevor sie sich auf die Reise ins Totenreich begeben.

Sie sind ungreifbare Wesen, die Verstorbene darstellen. Von diesen Toten heimgesucht zu werden, löst in den meisten Menschen diverse Ängste aus. Einen Geist oder ein Gespenst zu sehen, ist in der Regel gleichbedeutend damit, mit dem Tod konfrontiert zu werden. Zwar kann man mit Geistern und Gespenstern nicht physisch interagieren; sie können einen eben nicht mit ins Reich der Toten nehmen, jedoch kann man auch nichts tun, um sie zu verscheuchen, und ist ihnen sozusagen hilflos ausgeliefert.

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