Traumdeutung Unterwäsche


Traumdeutung UnterwäscheKleidung spielt in unseren Träumen meist erst eine große Rolle, wenn sie absolut ungewöhnlich ist oder schlichtweg fehlt. Beides trifft auf Träume von Unterwäsche zu. Wenn wir im Traum nur Unterwäsche tragen, fehlt uns der Rest unserer Kleidung, was zumeist auch ungewöhnlich ist. Präsentieren wir uns im Traum nur in Unterhose, Unterhemd oder Dessous, geben wir etwas sehr Intimes preis.

In unserer Unterwäsche sind wir fast nackt und verhüllen nur noch einen kleinen Teil unseres Körpers. Im Traum steht der Körper für unser Innenleben. Fast nackt zu sein bedeutet, verletzlich und fast vollständig den Blicken anderer Personen ausgeliefert zu sein. Die Unterwäsche verhüllt nur noch unsere intimsten Körperregionen.

Das erklärt auch, warum Träume von Unterwäsche oftmals einen Bezug zur eigenen Sexualität haben. Alles von uns ist offenbart bzw. entblößt, nur die Sexualorgane bzw. Geschlechtsmerkmale nicht.

Träume von Unterwäsche deuten

Träume von Unterwäsche zu deuten ist ein ähnlich komplexer Prozess wie die Deutung von Nacktträumen. Die Bedeutung hängt wie immer vom gesamten Traumkontext ab, wobei besonderes Augenmerk auf die Gefühle im Traum sowie den Zustand der Unterwäsche und den Ort, an dem man sie trägt, gerichtet werden sollte.

Zunächst sollte man untersuchen, ob es sich tatsächlich um einen Traum im Zusammenhang mit der eigenen Sexualität handelt, indem man die Gefühle während des Traums analysiert. Sollte man in irgendeiner Weise erotische Gefühle gehabt haben, ist ein Zusammenhang mit Sexualität durchaus wahrscheinlich. Erotische Gefühle bedeutet an dieser Stelle nicht nur sexuelle Erregung, Lust oder Leidenschaft, sondern auch negative Emotionen wie Pein oder Scham.

Gerade bei den negativen Emotionen ist es wichtig, genau hinschauen. Man kann zum Beispiel träumen, nur in Unterwäsche auf einem Platz mit vielen Menschen zu stehen. Ist einem die Situation peinlich, kann das zwei Gründe haben. Einer davon ist, dass es einem peinlich ist, dass andere Menschen den eigenen fast nackten Körper sehen können. Man fühlt sich ausgeliefert und es ist einem peinlich, sich so präsentieren zu müssen.

Der andere Grund ist schlichtweg sozialer Natur. Wenn man es als peinlich empfindet, in Unterwäsche auf dem Platz zu stehen, weil es von der Gesellschaft als unangemessen angesehen wird, liegt das Problem wohl eher im zwischenmenschlichen als im sexuellen Bereich. Die Peinlichkeit des unangemessenen Verhaltens fühlt sich anders an als die Peinlichkeit sexueller Bloßstellung.

Allgemeine Bedeutung von Farbe und Zustand der Unterwäsche

Unabhängig davon, ob es sich bei den Unterwäscheträumen um Sexualität dreht oder nicht, spielen Farbe und Zustand der getragenen Unterwäsche eine große Rolle. Der Zustand der Unterwäsche ist ein direkter Verweis auf die Einstellung des Träumenden zur Traumursache. Der Einfachheit halber wird an dieser Stelle das Beispiel Sexualität verwendet. Die Deutungsmöglichkeiten und Erklärungen lassen sich auch auf andere Ursachen wie ein geringes Selbstwertgefühl übertragen.

Je besser der Zustand der Unterwäsche, desto positiver ist das Verhältnis des Träumenden zu seiner Sexualität. Ist die Unterwäsche zerschlissen, bedeutet das, dass der Träumende eine negative Einstellung gegenüber seiner Sexualität hat. Ähnlich verhält es sich, wenn die Unterwäsche dreckig oder verschmutzt ist. Vielleicht empfindet der Träumende Sexualität für etwas schmutziges, anstatt sie als natürlichen Aspekt des Lebens zu akzeptieren.

Die Farbe der geträumten Unterwäsche ist ebenfalls sehr wichtig. Blütenweiße Unterwäsche steht zum Beispiel für sexuelle Reinheit oder Unschuld, rote Wäsche für Leidenschaft, aber auch Aggression etc. In diesem speziellen Artikel über Farben in Träumen haben wir die Bedeutungen der einzelnen Farben näher erläutert.

Träume von Unterwäsche: Psychosoziale Deutung

Die psychosoziale Deutung wird angewandt, wenn man davon ausgeht, dass der Traum nichts mit Sexualität zu tun hat. In diesem Fall ist die Ursache des Unterwäschetraumes sehr wahrscheinlich in der Selbstwahrnehmung des Träumenden und seinem Verhältnis zu zwischenmenschlicher (asexueller) Intimität zu finden.

Wer sich fast nackt präsentiert, zeigt den Großteil seiner Persönlichkeit, aber eben nicht alles. Im Traum zeigt man sich, wie man sich selbst sieht und gesehen werden möchte. Empfindet man es im Traum als angenehm, nur Unterwäsche zu tragen, zeugt das von einem positiven Selbstbild. Es zeigt, dass man mit seinem Körper – in der Traumdeutung gleichzusetzen mit dem geistigen Ich – zufrieden ist. Gleichzeitig deutet es aber an, dass man sein tiefstes Innerstes bedeckt hält. Man versteckt es und möchte nicht, dass jemand es sieht. Die Frage lautet nun, was das ist und warum man es anderen Menschen nicht zeigt. Gibt es vielleicht eine dunkle Seite, die man vor anderen verbirgt? Welche Charaktereigenschaft unterdrückt man durch das Verstecken? Hat man womöglich sogar Angst davor, dass jemand diese Seite erkennen könnte?

Gerade die letztgenannte Frage wird immer interessanter, je negativer die Traumempfindung ist. Empfindet man die Situation als peinlich oder beschämend, möchte man sich nicht so zeigen wie man ist. Es ist schon schlimm genug, dass die Anderen so viel von einem sehen können. Hier zeigen sich meist Bindungsängste und Probleme mit dem Selbstwertgefühl.

Man empfindet es als peinlich, überhaupt so viel von sich offenzulegen und die Angst, man könnte am Ende auch noch die Unterhose verlieren und vollständig nackt sein, wird unerträglich. Es handelt sich hier fast immer um ein Symbol sozialer Ängste, wie der Angst vor Offenheit und zwischenmenschlicher Nähe. Man kann es als eine Form psychosozialer Verklemmung bezeichnen, die sich in der Wachwelt oft darin äußert, dass man lieber auf Distanz zu seinen Mitmenschen geht. Die Botschaft es Traumes lautet, dass man an seinen Verklemmungen arbeiten und sich anderen Menschen mehr öffnen sollte.

Eine andere Deutungsweise negativ empfundener Unterwäscheträume ist wie bei den Nacktträumen die Angst vor Bloßstellung. Gemeint ist hier eine gesellschaftliche Bloßstellung. Es ist die Angst, von jemandem bloßgestellt oder auch lächerlich gemacht zu werden. Auch die Angst bei etwas zu versagen äußert sich oft in unangenehmen Unterwäscheträumen.

Träume von Unterwäsche: Sexuelle Deutung

Dass Unterwäsche überwiegend sexuell gedeutet wird, liegt in der Natur der Sache. In der Wachwelt ist sie für die meisten Menschen unverzichtbar, obwohl sie kaum jemand zu Gesicht bekommt. Ohne Unterwäsche fühlen wir uns im Regelfall unsicher, das Wissen um die Nacktheit unter der lockeren Oberbekleidung fühlt sich unbehaglich an.

Meist ist es uns auch peinlich, wenn wir nur mit Unterhose oder Slip und BH bekleidet gesehen werden, es sei denn, es handelt sich dabei um sehr enge Freunde oder den eigenen Lebenspartner. Unterwäsche ist schlichtweg Kleidung, die privat, intim und nicht für die Öffentlichkeit gedacht ist. Sie erfüllt neben der reinen Funktionalität als schützendes und unterstützendes Kleidungsstück aber noch eine weitere Funktion, und das ist eine sexuelle.

In sauberer und schöner Unterwäsche fühlen wir uns selbstsicherer und attraktiver. Die Unterwäsche unterstreicht die körperlichen Vorzüge und dient somit sozusagen als sexuelles Lockmittel. Trifft man bei der präkoitalen Entkleidung auf sexy Unterwäsche, steigert das automatisch die Lust. Erblickt man jedoch alte und schmutzige Unterwäsche, ist eher das exakte Gegenteil der Fall.

Dass wir Unterwäsche fast automatisch mit Sexualität verbinden, spiegelt sich auch in unseren Träumen wider. Die Deutung sexueller Unterwäscheträume unterscheidet sich im Grunde nicht von der psychosozialen Deutung. Zunächst stehen die Gefühle im Vordergrund. Positive Emotionen deuten auf eine ebenso positive Einstellung zur eigenen Sexualität hin, während negative Gefühle auf Probleme hinweisen. Je negativer die Träume empfunden werden, desto schwerwiegender ist auch das Problem. Es gilt herauszufinden, ob die Träume auf ein generelles Problem mit der Akzeptanz der eigenen Sexualität zurückzuführen sind oder, ob sich der Wunsch ausdrückt, seine Sexualität besser ausleben zu können.

Weitere Hinweise liefern auch hier Zustand und Farbe der Unterwäsche. Hochwertige und saubere Unterwäsche ist ein deutlich positiveres Zeichen als heruntergekommene und schmutzige Wäsche. Die jeweilige Farbe des Kleidungsstücks weist auf die Emotionen bzw. Charaktereigenschaften hin, welche der Träumende mit seiner Sexualität verbindet.

Ebenso wichtig ist die Umgebung. Träumt man zum Beispiel davon, am Arbeitsplatz nur eine Unterhose zu tragen und fühlt sich dabei unwohl, kann es sein, dass man sich in irgendeiner Weise sexuell belästigt fühlt. Trägt man in seiner Freizeit gerne freizügige Kleidung und muss im Beruf einen Anzug oder Arbeitsoverall tragen, kann sich diese Diskrepanz zwischen alltäglicher und „erzwungener“ Kleidung ebenfalls in Form von Unterwäscheträumen äußern.

Sonderfall Dessous

Träume von Dessous bzw. Reizwäsche sind so gut wie immer erotische Träume. Träumt eine Frau davon, sexy Dessous zu tragen, ist das für gewöhnlich ein Ausdruck sexueller Begierde. Sie sehnt sich nach mehr körperlicher Intimität und träumt davon, jemanden mit ihrer Reizwäsche zu verführen.

Gleiches gilt für Männer. Männer tragen zwar nicht im herkömmlichen Sinne Dessous, aber es gibt auch eine große Auswahl an Reizwäsche für Männer. Eine reizvolle, hochwertige und gut sitzende Unterhose kann man durchaus als Reizwäsche betrachten. Wer als Mann im Traum erotische Unterwäsche trägt, sehnt sich ebenso nach ausgelebter Sexualität wie eine Frau, die im Traum Dessous trägt.

Träumt ein Mann von einer Frau in Dessous, sehnt er sich danach, verführt zu werden. Trägt er hingegen selbst Dessous, offenbart sich wahrscheinlich ein Aspekt seiner Sexualität, mit dem er sich auseinandersetzen sollte. Bei Frauen verhält es sich ebenso. Träumt eine Frau von einem Mann in Reizwäsche, hegt sie den Wunsch, sich verführen zu lassen. Ob man im Traum selbst Reizwäsche trägt oder jemanden in solcher sieht, zeigt also auf, ob man verführt oder selbst aktiv werden möchte.

Psychologisches / Gesellschaftliches

Das Verhältnis der Menschen zu ihrer Unterwäsche ist ein hochinteressantes Thema. Jeder Mann und jede Frau trägt sie täglich und geht, von einigen Ausnahmen abgesehen, nie ohne sie aus dem Haus. Obwohl Unterwäsche zu den alltäglichen Kleidungsstücken gehört, wird sie üblicherweise nicht zusammen mit den anderen Klamotten in den Schrank gehängt, sondern meist in einer separaten Schublade versteckt.

Die meisten Deutschen begnügen sich im Alltag mit günstiger Unterwäsche aus Mehrfachpacks. Aber es wird auch viel Wert auf hochwertige Unterwäsche wie sexy Dessous oder knackige Shorts gelegt. Diese kaufen die Deutschen allerdings eher selten, sodass hochwertige Unterwäsche der Alltagsunterwäsche zahlenmäßig stets unterlegen ist. Dafür gilt hier aber das Prinzip „Klasse statt Masse“. Für qualitativ hochwertige und sexy Unterwäsche geben die Deutschen im Schnitt pro Stück um die 30 Euro aus.

Unterwäsche ist immer auch ein Zeichen von Sexualität. Sie ist die letzte dünne Schicht, die zwischen der Außenwelt und unseren Intimbereichen liegt. Sie ist ebenso die letzte Kleidung, die vor dem Geschlechtsverkehr ausgezogen wird und die auch dafür geeignet ist, die Lust noch einmal zu steigern oder zu verderben. Männer und Frauen bevorzugen in der Regel sexy Unterwäsche beim Sexualpartner und ziehen auch selbst welche an, wenn der Wunsch nach Geschlechtsverkehr besteht.

In Unterwäsche zeigen wir uns für gewöhnlich nur Menschen, die uns sehr nahestehen. Von Fremden in Unterwäsche gesehen zu werden empfinden wir als unangenehm. Das hängt weniger mit der Tatsache zusammen, dass man in Unterwäsche fast nackt ist als damit, dass es sich eben um reine Unterwäsche handelt. Bikinis oder Badehosen verdecken auch nicht mehr vom Körper als Unterwäsche. Darin gesehen zu werden ist auch abseits von Stränden oder Schwimmbädern für die meisten Menschen kein Problem.

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