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Archetyp Drache


Traumdeutung Drache

Der Drache ist ein sehr starkes Traumsymbol.

Drachen existieren nur in Fabeln und Mythen. Dort aber sind es extrem mächtige und gefährliche Wesen, riesige Hybriden aus Vogel, Schlange und Panzereidechse. Mit ihren gigantischen Schwingen fliegen sie durch die Luft und sind mit ihrem panzerbewehrten Körper eine majestätische und zugleich furchteinflößende Erscheinung. Ihre Klauen und monströsen Zähne sind vernichtende Waffen und wenn sie aus dem Maul ihr Drachenfeuer speien, ist der Kampf gegen sie aussichtslos.

Drachenartige Wesen sind in jedem Kulturkreis bekannt und überall gibt es die wildesten Geschichten über sie. Sie werden überall gefürchtet und sind ein archetypisches Traumsymbol unserer Ängste. Eine Ausnahme gibt es in China. Dort gibt es zwar auch negative Auslegungen des Symbols des Drachen, überwiegend wird er jedoch mit Glück in Verbindung gebracht. Da der Drache weltweit ein wichtiger Bestandteil der menschlichen Kultur und Mythologie ist, ist es nicht ungewöhnlich, dass er auch in zahlreichen unserer Träume vorkommt.

Allgemeine Deutung des Traumsymbols Drache

Wie bereits angemerkt wurde, ist der Drache ein unheimlich kräftiges, mächtiges und gefürchtetes Wesen. Der Drache folgt seinen Urinstinkten und weiß seine Stärke zu nutzen. Er lebt gerne allein und kümmert sich hauptsächlich um sich selbst. Folglich steht er für die Themenfelder Macht, Stärke, Triebhaftigkeit und Egoismus. Aber auch Vitalität, Lebenskraft und Schutz sind aufgrund der gewaltigen Größe und Panzerung mit dem Drachen verbunden. Das Symbol des Feuers ist ein weiterer Teil des Gesamtbildes. Feuer steht für Zerstörung, aber auch Leben und tiefe Leidenschaft.

DrachenskulpturIn den Geschichten wird der Drache meist als Bedrohung dargestellt, weswegen er in der Traumdeutung auch häufig als Symbol der Angst interpretiert wird. In fast jeder Geschichte gibt es einen Helden, der gegen den Drachen in den Kampf zieht. Träume von Drachen können also auch als Träume von Kampf und Mut gedeutet werden. Häufig wird ein wichtiger Aspekt vergessen, nämlich der, dass Drachen trotz aller Gewalt trotzdem noch als handhabbar gelten. Immer wieder wird in den Geschichten auch der Versuch unternommen, Drachen zu zähmen oder gar zu reiten. Helden, denen dieses gelingt, sind üblicherweise geprägt von Mut, Aufrichtigkeit, Liebe und Einfühlungsvermögen.

Welche Bedeutung der individuelle Drachentraum hat, kann jeder nur selbst herausfinden. Die tatsächliche Bedeutung hängt nämlich immer vom Traumkontext ab, also der Situation in der die Träume auftreten und dem gesamten Trauminhalt. Gemeint sind damit zum Beispiel die Erscheinungsform und die Handlungen des Träumenden und des Drachen.

Träume von Drachen deuten

Zunächst sollte überprüft werden, ob der Traum tatsächlich eine tiefere Bedeutung hat. Wer sich am Tag viel mit Drachen beschäftigt hat, braucht sich nicht zu wundern, wenn die Kreaturen anschließend im Traum erscheinen. Ebenso wenig überraschend ist es von Drachen zu träumen, wenn man zum Beispiel gerade eine Staffel Game of Thrones gesehen hat, eine Serie, in der Drachen vielschichtig und beeindruckend dargestellt werden.

Wenn ein so simpler Kausalzusammenhang nicht feststellbar ist, lohnt es sich, den Traum näher zu analysieren. Primär kommt es darauf an, wie der Drache im Traum erscheint. Ist er ein bösartiges Wesen, welches den Träumenden angreift? Dann zeigt sich darin womöglich die Angst des Träumenden vor dem, das der Drache symbolisiert. Dabei handelt es sich in der Regel um etwas Urtümliches, etwas, das ein Teil der Persönlichkeit des Träumenden ist.

Negative Deutung von Drachenträumen

Vielleicht kommen Persönlichkeitsaspekte ans Licht, die ausgelebt werden wollen, jedoch vom Träumenden unterdrückt werden. Das kann unterdrückte Leidenschaft sein oder auch der Mut zur Veränderung. Möglicherweise ist der Träumende auch jemand, der Aggressionen stets unterdrückt und Konfliktsituationen meidet. Der angreifende Drache kann darauf hinweisen, dass diese Persönlichkeitsanteile aufbegehren und ausgelebt werden wollen.

Tatsächlich träumen introvertierte Menschen relativ häufig von Drachen. In jedem zurückhaltenden und ruhigen Wesen gibt es eine leidenschaftliche, wilde und vielleicht auch aggressive Seite. Diese zeigt sich im Symbol des Drachen. In der Mehrzahl der Fälle enden solche Träume mit dem Sieg über den Drachen. Dies ist als Aufforderung zu verstehen, sich mit den dargestellten Gefühlen auseinanderzusetzen.

Der Sieg muss aber nicht immer gut sein. Wenn der Drache in die Flucht geschlagen wird ist die Gefahr noch nicht gebannt. Der Drache kann schließlich jederzeit wieder angreifen. Es wäre besser, sich mit ihm auseinanderzusetzen, um zu verstehen, warum er so erzürnt ist, dass er den Träumenden angreift.

Allgemein kann man sagen, je bösartiger der Drache aussieht und sich verhält, desto schwerwiegender sind die Konflikte, auf die er verweist. Tritt der Drache als Beschützer von etwas auf, sei es einen anderen Menschen oder einen Goldschatz, verweist er auf die Selbstsucht und den Egoismus des Träumenden. Hierbei handelt es sich um einen Warntraum, der den Träumenden darauf verweist, dass er mit seinem Egoismus und seiner Habgier langfristig nur Schaden anrichtet und diese Einstellung lieber überdenken sollte. Ähnlich negativ ist es, wenn der Träumende im Traum selbst zum Drachen wird. In diesem Fall kann es bedeuten, dass er beabsichtigt, Anderen zu schaden.

Positive Deutung von Drachen im Traum

Einen Drachen zu zähmen oder sogar zu reiten wird in der Regel positiv gedeutet. Der Träumende braucht keine Angst vor dem Drachen zu haben. Vielmehr genießt er das Vertrauen dieser furchteinflößenden Kreatur. Vielleicht hat der Träumende endlich einen langen inneren Konflikt gelöst und hat sein seelisches Gleichgewicht wiedergefunden.

Auf einem Drachen zu reiten bzw. zu fliegen verweist zudem auf Vertrauen und innere Freiheit. Das Vertrauen, in diesem Fall ist das Selbst-Vertrauen gemeint, zeigt sich darin, dass der Drache eben auch ein Teil des Träumenden selbst ist. Es ist aber ein sehr mächtiger Teil. Der Drache kann den Träumenden jederzeit abwerfen.

Der Träumende hält sich üblicherweise am Hals des Drachen fest, seiner empfindlichsten und angreifbarsten Stelle. Der Flug verläuft nur harmonisch, wenn sich beide gegenseitiges Vertrauen entgegenbringen. Darin zeigt sich auch die innere Freiheit. Das Vertrauen zeugt von seelischer Harmonie, und in diesem Zustand ist ein Fliegen im Traum ein sehr positives Zeichen.

Sexuelle Deutung von Drachenträumen

Traumdeutung Drache Liebe

Drachen können auch für Liebe stehen.

Als archetypisches Traumsymbol der Leidenschaft und Triebhaftigkeit kann der Drachentraum auch auf die eigene Sexualität hindeuten. Der oder die Träumende sollte hinterfragen, ob der Traum einen sexuellen Kontext haben könnte. Das ist vor allem dann gut möglich, wenn der Träumende Aspekte seiner Sexualität unterdrückt. Möglicherweise umtreibt ihn die Lust auf ein erotisches Abenteuer, welches er sich mit seinem rationalen Verstand nicht vorstellen kann. Diese triebhafte Lust zeigt sich gerne in Form eines Traumdrachen.

Möglicherweise flammt aber auch gerade eine neue Liebe auf. Vielleicht hat sich der Träumende in eine Arbeitskollegin verschossen und verspürt nun die damit einhergehende Leidenschaft. Speit der Drache viel Feuer ist das ein Zeichen für eben diese flammende Leidenschaft. Wenn der Träumende bereits in einer Beziehung ist, kann der Drache den natürlichen inneren Konflikt symbolisieren, nämlich den, der Ehefrau oder Freundin treu zu bleiben oder sich auf einen Seitensprung bzw. eine Affäre einzulassen.

Nicht zwingend sexuell ist die Deutung des Drachen als die böse Seite der Weiblichkeit. Ist der Drache erkennbar weiblich, äußert sich darin möglicherweise eine Angst vor Frauen. Oftmals repräsentiert die Drachenfrau im Traum eine sehr nahestehende weibliche Person, beispielsweise die Mutter oder die Schwiegermutter.

Drachenträume in anderen Kulturen

In der islamischen Traumdeutung hat das Traumsymbol Drache eine sehr ähnliche Bedeutung. Ein angreifender und brandstiftender Drache ist ein Zeichen für großes Unheil, denn er bringt Unglück und Verlust. Wer einem Drachen entkommen kann, hat nicht nur im Traum Glück, sondern darf auch in der Wachwelt auf glückliche Ereignisse hoffen. Vor einem Drachen Angst zu haben, wird auch in der islamischen Traumdeutung meist als Zeichen der Angst vor einer Frau interpretiert.

In China hat der Drache eine ganz andere Bedeutung. Träume von Drachen werden fast ausschließlich positiv gedeutet. Eine der wenigen Ausnahmen ist zum Beispiel ein Traum, in dem ein Drache einen Menschen tötet. So ein Traum kündigt Gefahren und Unglück an. Ansonsten ist der Drache in China ein edles und zu respektierendes Wesen. Je nach Farbe des Drachen kündet der Drache im Traum Geld, Hilfe, Macht, Erfolg oder Respekt an. Wer einen Drachen reitet, der wird seine Probleme lösen und ein landender Drache zeugt von baldigem Reichtum.

Psychologisches / Gesellschaftliches

Drachen gehören zu den faszinierendsten Wesen überhaupt. Vielleicht weiß jemand nicht, was ein Pegasus, Phönix oder ein Zyklop ist, aber so ziemlich jeder Mensch weiß, was für ein Wesen das Wort Drache bezeichnet. Bereits in der Antike waren Drachen laut Überlieferungen weltweit bekannt. Bis in die Neuzeit hinein galten Drachen als real existierende Lebewesen. Erstaunlich dabei ist, dass Drachen zwar vielfältige Erscheinungsformen hatten und trotzdem die weltweite Gemeinsamkeit bestand, dass es sich um Mischwesen aus Reptilien, Raubtieren und Vögeln handelte.

Drache und SchiffAbgesehen vom chinesischen bzw. ostasiatischen Raum waren Drachen weltweit gefürchtet. Sie symbolisierten das Böse, brachten Schrecken über das Land und waren dem Menschen gegenüber tendenziell eher genozidal eingestellt. Kein Wunder also, dass die Menschen Angst vor Drachen hatten und zahlreiche Mythen und Legenden rund um das Fabelwesen entstanden.

Drachen brachten auch viele Helden hervor. Wer den Sagen nach einen Drachen töten konnte, war ein extrem starker und mutiger Mann. Wer es sogar schaffte, einen Drachen zu zähmen, galt als jemand, der auch Wunder vollbringen konnte und jemand mit einer unbeschreiblichen Macht. Diese Umstände machten sich auch die Wikinger zu Nutze, welche den Bug ihrer Schiffe gerne mit hölzernen Drachenköpfen schmückten, um ihre Feinde abzuschrecken.

Heutzutage, wo Drachen nicht mehr als reale Wesen gelten, ist ihre Rolle quasi unverändert. In den Medien, in Filmen und Büchern, werden Drachen als besonders starke und aggressive Monster dargestellt, wenn man Kinderliteratur mal ausklammert (Grisu der kleine Drache wollte beispielsweise immer Feuerwehrmann werden).

Auch in unserer Alltagssprache hat sich der Drache eingenistet. Die Bösartigkeit und Macht, die der Drache symbolisiert, lässt sich allein schon daran ablesen, dass wir nur Menschen als Drachen bezeichnen, die wir als böse und mächtig einstufen. Wenn der cholerische Chef eine Sitzung einberuft sagen wir beispielsweise Dinge wie „Herrje, jetzt müssen wir schon wieder zum Drachen“. Oder auch „Mein Chef ist wirklich ein alter Drache“.

Meist bezeichnen wir aber Frauen als Drachen. Man denke nur an die vielen Eheleute, die ihre Schwiegermutter als Schwiegerdrache bezeichnen. Auch die eigene Mutter wird gern als Drache bezeichnet, wenn man ein schlechtes Verhältnis zu ihr hat.

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