Archetypische Traumsymbole


Archetypische Symbole sind eine ganz besondere Gattung von Traumsymbolen. Es handelt sich dabei um Symbole des gesamten Unterbewussten, im Sinne von der Gesamtheit sämtlicher Persönlichkeitseigenschaften, nicht nur derer, die man beachtet, sondern auch derer, die man zu unterdrücken versucht.

Archetypische Traumsymbole verkörpern demnach eher menschlich Ursprüngliches. In der Psychologie bezeichnen Archetypen verschiedene Ur-Erfahrungen. Laut C. G. Jung ist die Zahl der Archetypen begrenzt, die Zahl der archetypischen Bilder dagegen nicht. Solche Bilder wären beispielsweise Krieger, Feuer, Jugend, Alter, Männlichkeit oder Weiblichkeit.

Laut Jung treten archetypische Symbole in Erscheinung, wenn das kollektive Unterbewusstsein nicht mit sich im Reinen ist. Der Persönlichkeitsaspekt, der zu wenig beachtet oder unterdrückt wird, macht sich in irgendeiner Form in den Träumen des Menschen bemerkbar. Oftmals sind archetypische Bilder auch Zeichen eines inneren Konflikts, einer vielleicht unspezifischen Angst vor bestimmten Charakterzügen.

Archetypen in der Traumdeutung

In der Traumdeutung spielen archetypische Bilder eine komplexe Rolle. Es ist nicht immer leicht zu erkennen, ob ein Traumsymbol aufgrund einer bestimmten Situation heraus erscheint oder ob es unabhängig ist und ein Symbol für einen Teil des kollektiven Unterbewusstseins darstellt. So kann ein Held im Traum schlichtweg für eine Person stehen, die einem am Vortag einen großen Gefallen getan hat. Der Held im Alltag wird im Traum als Held dargestellt. Auf der anderen Seite kann es jedoch auch gut sein, dass der Held als Symbol einer Metaebene erscheint.

Als Solches kann der Held als Symbol für seine Eigenschaften gesehen werden. Er kündet von Tatendrang, Mut, Tapferkeit und Abenteuerlust. Gleichzeitig ist der Held ein Mann, der in der Traumdeutung als Zeichen für Stärke, aber auch Aggression gesehen wird. Auf der Metaebene kann das bedeuten, dass der Träumende einen inneren Konflikt mit seinen heldenhaften Eigenschaften austrägt. Vielleicht wünscht er sich insgeheim, mehr wie ein Held zu sein.

Wenn eine Frau von einem Helden träumt, nimmt das Symbol dagegen eher die Eigenschaften eines idealisierten Männerbildes an. Wahrscheinlich sucht sie nach dem idealen Mann oder einem Wesen, das dessen Eigenschaften hat. Da sie ihn allerdings nicht findet, erscheint er ihr als Symbol im Traum. Hätte sie so einen idealen Mann, würden die Heldenträume wohl verschwinden, da die Sehnsucht des Unterbewusstseins nach der Präsenz der durch den Helden verkörperten Eigenschaften gestillt wäre.

Andere anerkannte Archetypen sind Schatten, Anima, Animus und das Selbst. Schatten stehen meist für innere Konflikte mit negativ empfundenen Charaktereigenschaften, können aber auch dafür stehen, dass man sich wünscht, ein paar positive Eigenschaften stärker ausleben zu können. Der Animus symbolisiert männliche Charaktereigenschaften, die Anima weibliche. Im Selbst dagegen zeigen sich Eigenschaften des Zentrums der Gesamtpsyche. In der Regel handeln Träume mit archetypischen Selbst-Bildern vom derzeitigen psychischen Zustand des Träumenden und zugleich von dessen Wünschen, sich in eine bestimmte Richtung weiterzuentwickeln.

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