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Traumsymbol Blut


Blut in Träumen deuten

In der Traumdeutung ist Blut ähnlich Komplex wie in der Realität. Bild: Weiße Blutkörperchen unter einem Mikroskop.

Träumen wir von Blut, reagieren wir im ersten Moment meist verstört. Blut wird für gewöhnlich mit Schmerz, Leid und Tod assoziiert, wenn es sich außerhalb unseres Körpers befindet. Wir sehen es nie, es sei denn, wir haben eine schmerzhafte Verletzung erlitten und bluten oder drohen gar zu verbluten und zu sterben. So liegt es nahe zu glauben, Träume von Blut wären den Albträumen zuzuordnen, dabei handeln sie in der großen Mehrzahl der Fälle von der Lebensenergie und der Kraft des Träumenden.

Träume von Blut deuten

Das Traumsymbol Blut kann keinesfalls pauschal gedeutet werden, dafür sind Blutträume schlichtweg zu komplex. Es kommt immer darauf an, wie und aus welchem Grund das Blut in den Träumen erscheint, ob es eigenes oder fremdes Blut ist und in welchem Kontext die Träume auftreten.

Blut steht stets für eine Form von Verletzung, in der Regel eine seelischer Natur. Diese Verletzung kann eine Kränkung sein, die wir erfahren haben, von dem Gefühl herrühren, eine nahestehende Person zu vernachlässigen oder auch auf ein längst verdrängt geglaubtes Trauma hindeuten. In manchen Fällen steht das Blut auch für eine böse Vorahnung, wie dem Ausbruch einer Krankheit.

Oftmals kommt Blut in Träumen von Zahnverlust vor, was aufgrund der dabei entstehenden Wunde sicher nicht ungewöhnlich ist. Doch obwohl eine Verletzung vom Prinzip her etwas Negatives ist, ist das Blut als Traumsymbol in der Regel ein positives.

Blut als Traumsymbol für Lebensenergie

Ohne das Blut, das durch unsere Adern pumpt und unsere Organe mit wichtigen Stoffen versorgt, könnten wir nicht leben. Verlieren wir Blut, werden wir schwächer, unser Bewusstsein schwindet und bei zu starkem Blutverlust tritt unweigerlich der Tod ein. Wenn wir im Traum Blut sehen, deutet das zunächst darauf hin, dass jemand, der Träumende selbst oder eine andere Traumperson, dieses verloren hat und folglich schwächer wird und möglicherweise sogar in Lebensgefahr schwebt.

In der Traumdeutung spielt diese Tatsache jedoch keine große Rolle. Vielmehr geht es darum, dass wir einen Blick auf das Blut als Lebensenergie werfen können. Allgemein gilt, je dunkler das Blut ist, desto stärker ist die Energie. Dunkelrotes und dickflüssiges Blut zeugt von enormer Kraft und Vitalität, wohingegen helles und dünnflüssiges Blut auf das Gegenteil hinweist.

Neben Farbe und Konsistenz des Blutes ist auch der gesamte Traumkontext wichtig. Von wem stammt das Blut? Wo befindet sich das Blut? Eine dunkle Blutlache am Arbeitsplatz bedeutet zum Beispiel nicht, dass der Job einen sprichwörtlich ausbluten lässt, sondern eher, dass man bereit ist, viel Energie in die Arbeit zu investieren bzw. dass das eigene Herzblut an der Arbeit hängt.

Sammelt man das Blut auf oder bekommt eine Bluttransfusion, vergrößert sich die Lebenskraft. Man bekommt neues, frisches Blut und somit neue Energie. Bekommt man die Transfusion, nachdem man im Traum einen Unfall hatte oder anderweitig verletzt wurde, deutet die Transfusion klar darauf hin, dass man eine erfahrene Verletzung verarbeitet und bereit ist, mit frischem Lebensmut weiterzumachen. Hier kommt es auch darauf an, von wem man das Blut bekommt. Die Person steht entweder für eine reale Person, die einem neue Kraft gibt oder für eine Charaktereigenschaft, die dem Träumenden eine schwere Zeit hat überstehen lassen.

Andersherum verhält es sich ähnlich. Versorgt man jemanden mit Blut, spendet man ihm Kraft. Träumt man hingegen, dass jemand Blut entwendet, beispielsweise bei einer Blutabnahme, bedeutet das, dass jemand oder etwas den Träumenden viel Kraft kostet.

Hat man im Traum Blut an den Händen, ist die Bedeutung in der gleichlautenden Redensart zu finden. Wenn wir sagen, jemand hat Blut an seinen Händen, meinen wir, dass diese Person einem anderen schweren Schaden zugefügt hat. Dieser Schaden muss kein körperlicher sein. Ähnlich ist es mit Blutflecken auf der Kleidung. Der Unterschied ist hier, dass das Blut durch die Kleidung vom Körper getrennt ist. Wahrscheinlich handelt es sich um das Ergebnis einer schlimmen Tat, dessen sich der Träumende (noch) nicht bewusst ist. Oder er sich weigert, seine Tat einzugestehen und mit den Konsequenzen zu leben. Geronnenes Blut im Traum wird in der Regel ähnlich gedeutet.

Trinkt man im Traum Blut, kann man sich glücklich schätzen, denn die direkte Aufnahme von Lebensenergie ist wahrlich ein gutes Zeichen.

Blutung und Bluten im Traum deuten

In den meisten Fällen träumen wir nicht von Blutflecken oder –lachen, sondern von Blutung. Fließendes Blut ist immer eine Folge einer Verletzung, in der Traumdeutung ist in der Regel eine seelische Verletzung gemeint.

Bluten wir im Traum, kann das für den Verlust von Lebensenergie stehen. Bluten wir jedoch „einfach so“, also ohne eine erkennbare Wunde, handelt es sich um einen sehr positiven Traum, denn die Blutung kann so ausgelegt werden, dass die Lebensenergie sprichwörtlich aus dem Träumenden herausquillt. Der Träumende sprudelt sozusagen über vor Kraft. Andererseits kann das wundenlos austretende Blut auch ein Traumsymbol für eine mentale Wunde sein, die sich der Träumende nicht eingestehen kann oder will.

Tritt das Blut aus einer Wunde aus, dreht sich der Traum fast immer um eine seelische Verletzung oder Kränkung. Welcher Art diese Verletzung genau ist, lässt sich dem Traumkontext entnehmen. Hier ist es von größter Wichtigkeit, sich an so viele Details wie nur möglich zu erinnern und alle Traumsymbole individuell zu deuten.

Treten Blutträume vermehrt in bestimmten Lebenssituationen auf oder haben die Form von Albträumen, aus denen man auch noch psychisch aufgewühlt aufwacht, kann es nicht schaden, einen Psychotherapeuten aufzusuchen. Gerade wiederkehrende Träume von Blutungen und Wunden deuten häufig auf ein in der Vergangenheit erlittenes Trauma hin. Emotionaler oder sexueller Missbrauch in der Kindheit gehört zum Beispiel zu den Traumata, welche sich später nicht selten in Form von Blutträumen zeigen. Mit den Träumen weist das Unterbewusstsein darauf hin, dass das Erlebte noch immer nicht verarbeitet wurde.

Einen besonderen Status haben Träume, in denen es zu blutiger Gewalt kommt. Blutet man infolge angewandter Gewalt, ist das meist ein Zeichen, dass sich selbstzerstörerische Kräfte in der Seele des Träumenden breitmachen. Der Träumende sollte sich fragen, inwieweit er sich selbst im Weg steht oder was er unbewusst tut, um sich selbst zu schaden. Manche Menschen neigen ja dazu, an falschen Entscheidungen festzuhalten, obwohl sie wissen, dass die Alternative für sie persönlich vorteilhafter wäre.

Eine andere Deutungsweise blutiger Gewaltträume ist die Deutung als Warntraum, zum Beispiel vor seelischem Ungleichgewicht. Vielleicht steht der Träumende im Berufsleben so unter Druck, dass er gar nicht merkt, wie der Stress ihn zermürbt, wenn er es nicht schafft, einen Ausgleich dazu zu finden.

Blutet man nicht selbst, sondern sieht eine andere Person bluten, ist dies oft ein Symbol für Reue oder Scham. Möglicherweise wird dem Träumenden bewusst, dass er jemanden verletzt hat und sich für sein Handeln schämt. Oder er sieht ein, dass er eine nahestehende Person in letzter Zeit stark vernachlässigt hat, wodurch er die Beziehung zu dieser im übertragenen Sinne ausbluten lässt.

Lässt sich eine Blutung nicht stoppen, kann das ein Zeichen für eine Krankheit sein. Es handelt sich wahrscheinlich um einen Warntraum mit der Aussage, dass man stärker auf seine Gesundheit achten sollte. Sollte man die Blutung jedoch stillen können, handelt es sich um einen sehr positiven Traum der zeigt, dass der Träumende seine Wunden heilen kann und die zugrundeliegende Verletzung nicht mehr an dessen Lebensenergie zehrt.

Blutträume in anderen Kulturen

In der arabischen Traumdeutung werden Träume von Blut ähnlich gedeutet wie im christlich-westlichen Kulturraum. Auch hier steht Blut für Kraft und Lebensenergie, je dunkler es ist, desto positiver wird es gedeutet. Trinkt der Träumende Blut oder sammelt es, stehen ihm gute Zeiten bevor. Gleiches gilt für den Fall, dass er eigenes Blut verliert. Fließt es hingegen auf die Erde, kündigen sich Krankheiten oder gar der Tod an.

Im persischen Raum ist Blut im Traum ein Zeichen für Unheil. Es handelt sich dabei um Warnträume, die den Träumenden dazu ermahnen, seine Kräfte einzuteilen und sich vor allen möglichen Gefahren zu hüten.

In der indischen Traumdeutung steht Blut für Wohlstand. Es ist jedoch streng verboten, Blut zu trinken oder zu essen. Im Traum deutet dies auf eine schwere Sünde hin.

Psychologisches / Gesellschaftliches

Kaum etwas wird so ambivalent wahrgenommen wie Blut. Einerseits assoziieren wir es unweigerlich mit Schmerz, Leid und Tod, andererseits gibt es kaum eine andere Substanz, die so eng mit dem Leben und seinen positiven Aspekten verbunden ist. Die Verbindung mit der Lebensenergie besteht schon seit Urzeiten, als man beobachtete, dass großer Blutverlust sowohl bei Menschen als auch bei Tieren zum Tod führt.

Diese Tatsache hat sich natürlich bis heute nicht geändert. Das eigene Blut war schon immer und ist auch heute noch das wohl wertvollste Gut eines jeden Menschen. Wenn wir zum Beispiel Blut spenden, lassen wir es zu, dass jemand unseren Körper mit einer Nadel verletzt und eine gewisse Menge Blut entnimmt, woraufhin wir uns zunächst schwächer fühlen und es durchaus möglich ist, dass es zu akuten Kreislaufbeschwerden kommt, bis der Körper das entnommene Blut nachproduziert hat.

Auf materieller Ebene bekommen wir für unser Blut, wenn überhaupt, ein wenig Geld als „Dankeschön“. Die vorübergehende Schwächung nehmen wir aus einem ganz anderen Grund in Kauf. Mit unserem Blut kann anderen Menschen das Leben gerettet werden. Bei sehr starkem Blutverlust ist es zwingend nötig, das verlorene Blut schnell zu ersetzen. Ohne gespendetes Blut hat man ansonsten in der Regel keine Überlebenschance. Indem wir Blut spenden, retten wir also Leben.

Auch in unserem alltäglichen Sprachgebrauch benutzen wir das Wort Blut in vielen Redewendungen, Sprichwörter und Redensarten. Wenn wir Blut im Sprachspiel verwenden, geht es immer um etwas, was uns sehr wichtig ist. Ist uns zum Beispiel ein Projekt extrem wichtig, stecken wir all unser Herzblut hinein. Sehen wir etwas unheimlich trauriges, blutet unser Herz. Verstehen wir eine grausame Handlung nicht, fragen wir uns, ob sie tatsächlich von einem Menschen aus Fleisch und Blut begangen worden sein kann.

Unterstützen wir einen anderen Menschen ganz besonders intensiv, dann tun wir das bis aufs Blut. Möchten wir eine wahrlich innige Freundschaft besiegeln, schwören wir auch heute noch Blutsbrüderschaft, obgleich wir das aus den Winnetou-Filmen bekannte Ritual nicht mehr körperlich durchführen. Ähnlich ist es mit Familienmitgliedern. Selbst die zerstrittensten Familien können in großer Not zusammenstehen oder schlimme Taten verzeihen. Hat beispielsweise der Vater seinen Sohn verstoßen und jede Unterstützung versagt, wird er ihm in Zeiten größter Not doch noch helfen, wenn er sich daran erinnert, dass schließlich auch sein Blut in den Adern seines Sohnes fließt.

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