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Präkognitive Träume


Es gibt zahlreiche Arten von Träumen – Träume von schönen Dingen, wie fröhlich umherschwimmenden Delfinen, Träume von Personen wie der eigenen Mutter, Träume, die man ganz bewusst herbeiführen kann, wie Tagträume oder luzide Träume, Träume vom Sterben oder andere verstörende Albträume, die uns nachhaltig beschäftigen können. Außerdem gibt es Träume, die uns auf die Zukunft hinweisen können. Solche Träume nennt man auch präkognitive Träume.

Was sind präkognitive Träume?

Präkognitiv ist ein Begriff, den man nicht alle Tage hört. Um zu verstehen, was präkognitive Träume überhaupt sind, schauen wir uns zunächst die Bedeutung des Wortes an.  Die Vorsilbe „prä-“ bedeutet erst einmal nicht mehr als „vor/vorher“. Kognitiv bezieht sich immer auf die geistigen Fähigkeiten. Kognition ist mit „Denken“ zu übersetzen. Der Begriff „Präkognition“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „vor der Erkenntnis“.

Präkognitive Träume gehören zu dem Gebiet der Parapsychologie, einem wissenschaftlichen Forschungszweig, der sich mit den psychischen Fähigkeiten jenseits des Wachzustands beschäftigt. Sie werden als außersinnliche Wahrnehmung (ASW) bezeichnet und können Hinweise auf zukünftige Ereignisse liefern. Präkognitive Träume, oder auch vorhersehende oder Zukunftsträume genannt, sind in den meisten Fällen nicht beweisbar.

Deuten präkognitive Träume wirklich auf die Zukunft?

Präkognitive Träume geben Hinweise auf bevorstehende Ereignisse, d.h. der oder die Träumerin hat einen Traum, dessen Inhalt im wahren Leben auch später so eintritt. Dies können beispielweise bestimmte Ereignisse sein, ein Ort, an dem man nie zuvor war oder eine unbekannte Person, der man später wirklich irgendwo über den Weg läuft.

Die Zeitspanne zwischen dem Traumszenario im präkognitivem Traum und dem wirklich eintretenden Ereignis ist variabel. So kann man zum Beispiel in einer Nacht davon träumen, dass man überraschend befördert wird, was das am nächsten Tag oder im Laufe der Woche in Wirklichkeit eintritt. Besagte Beförderung kann aber auch erst viele Monate oder sogar Jahre später zustande kommen.

Präkognitive Träume werden also logischerweise erst im Nachhinein als solche erkannt und können, wie alle anderen Träume auch, lediglich episodenhaft memoriert und wiedergegeben werden. Träume sind zudem stark symbolisch und kontextabhängig. Wichtige Details werden eventuell gar nicht beachtet, bestimmte Symbole missverstanden. Daher sind die meisten vermeintlichen Zukunftsträume oft gar keinen präkognitiven Träume.

Wir denken wir sähen die unbekannte Person, die wir zuvor lediglich in einem unserer Träume gesehen haben, doch in Wirklichkeit erinnern wir uns schlichtweg falsch bzw. verschwommen und verwechseln so ganz schnell die Gesichter. Somit wird der Unbekannte, der in der U-Bahn neben uns sitzt ganz schnell zu dem schwarzem Mann in unserem Traum, dabei handelt es sich bei dieser Person nur um jemanden, der dem Traummann eventuell ein wenig ähnlich sieht. Manchmal kommt es auch vor, dass wir diese Person vielleicht doch schon vorher unterbewusst wahrgenommen haben, was sich dann im Traum wiederspiegeln kann, ähnlich wie bei einem Déjà-vu.

Nicht selten sind die Geschehnisse, die nach einem präkognitiven Traum eintreten, purer Zufall. Je größer die Zeitspanne zwischen dem Traum und dem Ereignis, desto wahrscheinlicher ist es, dass das geträumte Ereignis irgendwie auch wirklich so passiert. Außerdem haben unsere Träume stets auch eine realistische Grundlage, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass diese Präkognition auch tatsächlich eintritt.

Welche Arten präkognitiver Träume gibt es?

Präkognitive Träume deuten also stets auf zukünftige Geschehnisse. Neben diesen Wahrträumen, die auf bevorstehende Ereignisse hinweisen, gibt es auch Wahrträume, die einen Rückblick auf bereits abgeschlossene Geschehnisse liefern.

Echte Wahrträume handeln stets von gegenwärtigen Ereignissen, die sich zeitgleich an einem anderen Ort abspielen. Obwohl wir von diesen Ereignissen bewusst noch nichts erfahren haben, spielen sich diese dennoch bereits in unserer Traumwelt ab.

Andere Wahrträume beziehen sich wiederum auf zukünftige, also nicht parallel zum Traum stattfindende, Ereignisse. Solche Träume handeln zum Beispiel von unbekannten Menschen, die uns dann am nächsten Tag wirklich über den Weg laufen. Man nennt sie deshalb auch prophetische Träume.

Was ist der Unterschied zwischen Wahrtraum und prophetischem Traum?

Der Wahrtraum ist ein Traumtyp, der uns im Hinweise auf zukünftige Ereignisse erkennen lässt. Wahrträume werden auch als hellseherische Träume bezeichnet, da sie Prognosen auf bevorstehende Geschehnisse geben, obwohl der oder die Träumende zuvor unmöglich von diesem Ereignis wissen kann. Oft laufen diese Geschehnisse auch parallel zum Traum ab, was eine Erklärung für dieses Phänomen noch erschwert. In den meisten Fällen sind hellseherische Träume aber auf eine reine Prognosenbildung unseres Unterbewusstsein zurückzuführen.

Prophetische Träume hingegen beziehen sich immer und ausschließlich auf Ereignisse in der Zukunft. Sie können Bilder, Orte, Personen oder Ereignisse erkennen lassen, und zwar in ganz klarer und eindeutiger oder aber in symbolischer Form. So kann man zum Beispiel davon träumen, dass der eigene Vater einer schweren Krankheit erliegt. Solche Todesträume können sehr traumatisch erscheinen, da wir denken, dass dieses Ereignis nun wirklich eintritt. Der Tod kann aber in diesem Falle auch symbolisch für etwas stehen, etwa, dass man sich innerlich von der väterlichen Autorität lösen soll.

Wahrträume spiegeln letztendlich Ereignisse im realen Leben wieder, welche aber auf unbewusst aufgenommene Informationen beruhen können. Prophetische Träume sind sozusagen Visionen von zukünftig eintretenden Ereignissen, die zwar real wirken, es aber nicht per se sein müssen. Diese Traumart wird in vielen Filmen als Stilmittel eingesetzt.

Welche Ursachen gibt es für präkognitive Träume?

Der Begriff „präkognitiv“ bezeichnet eine außersinnliche Art von Wahrnehmung, für die es bisher keine hinreichenden, wissenschaftlich bestätigten Nachweise gibt. Präkognitive Träume sind folglich schlichtweg nicht eindeutig erklärbar.

In den meisten Fällen handelt es sich bei präkognitiven Träumen jedoch um reine Prognosenbildung des Unterbewusstseins. Der Mensch nutzt bekanntermaßen lediglich etwa zehn Prozent des Gehirns. Es ist also naheliegend, dass bestimmt Informationen bereits unbewusst wahrgenommen und im Gedächtnis bzw. Unterbewusstsein gespeichert werden, im Bewusstsein jedoch noch nicht abrufbereit sind. Informationen, wie beispielsweise bestimmte Gesichter oder Hinweise auf bevorstehende Ereignisse oder Krankheiten können durchaus schon längst im Unterbewusstsein vorhanden sein, wurden aber vom Bewusstsein noch nicht verarbeitet.

So kann es also vorkommen, dass man die Krankheit des Vaters bereits unterbewusst wahrgenommen hat, sie jedoch bewusst/unbewusst bisher ignorierte oder nicht berücksichtigte. Dass bestimmte Umstände und Informationen noch nicht in unserem Bewusstsein vorhanden sind, schließt demnach nicht aus, dass sie sich dennoch schon lange in den Tiefen unseres Unterbewusstsein befinden und in der Traumwelt zutage kommen.

Präkognitive Träume und C.G. Jung

C.G. Jung, ein Schüler des Psychoanalytikers Sigmund Freud, deutete präkognitive Träume als Art Warnsignal der Seele. Er sah in den Traumvisionen bestimmte Vorahnungen, die das Unterbewusstsein in die Welt des Traumes transferiert. Thematisch können solche Träume von alltäglichen Dingen bis hin zu schlimmen Katastrophen handeln.

Jung sah in vorausweisenden Träumen also Warnträume, die uns auf einen bestimmten Umstand hinweisen wollen, um uns vor möglichen negativen Konsequenzen zu bewahren. Durch einen präkognitiven Traum sollen wir aufgefordert werden, bewusster zu leben um somit etwaige Katastrophen zu vermeiden. Da Träume hoch symbolisch sind, ist es oft gar nicht so leicht zu erkennen, welchen Teil des Ichs man ändern muss, um mögliche Probleme zu verhindern.

In seinen Aufzeichnungen beschreibt Jung einen Fall, bei dem ein Karrieremensch ihn aufgrund von Atemnot und Schwindel konsultiert. Er hatte einen Traum von einem zu schnell fahrenden Zug, der aus den Gleisen geworfen wird. Jung interpretierte diese Bilder als Warnsignale des Unterbewussten, im Lebensstil kürzer zu treten, nicht zu ehrgeizig zu sein und mit dem bisher Erreichten zufrieden zu sein. Trotz dieses Rats änderte der Patient nichts an seiner Lebenssituation und erlitt einen beruflichen Absturz.

Wie gehe ich mit präkognitiven Träumen um?

Wenn man einmal von einem präkognitiven Traum heimgesucht wird, ist das noch lange kein Grund zur Panik. Derartige Träume sind nicht ungewöhnlich und schon gar nicht selten. Immerhin hat mindestens jeder dritte Mensch bereits ein bestimmtes Ereignis in seinem Leben vorausgeträumt.

Vorausweisende Träume sind, wie fast alle anderen Träume auch, symbolisch zu betrachten und müssen nicht zwangsläufig in schwierigen Situation enden. Jeder Mensch ist für sein Leben selbst verantwortlich, kann in sein Schicksal eingreifen und mögliche Probleme ins Positive verkehren.

Folgende Fragen können bei der Behandlung und Deutung präkognitiver Träume helfen:

  • Wovor habe ich Angst im Leben?
  • Was macht mich aggressiv?
  • Was will mir dieser Traum sagen?
  • Was ist die Symbolik des geträumten Ereignisses?
  • Welche verdrängten Gefühle schlummern in mir?
  • Was sollte ich im Leben ändern?

In diesem Radiointerview des SWR erzählt der Psychologe und Physiker Walter von Lucadou, wie man mit präkognitiven Träumen umgeht und liefert mögliche Erklärungsansätze für die Entstehung solcher Träume (3:25-13:30):

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