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Albtraum Mobbing


Mobbing und Albträume

Mobbingopfer fühlen sich hilflos und möchten niemanden mehr an sich heranlassen. Aber es gibt Hilfe.

Für die Opfer ist Mobbing ein wahrer Albtraum, für die Täter meist nur harmloser Spaß. Dabei ist Mobbing eines der größten psychosozialen Probleme unserer Zeit und eine der häufigsten Ursachen nicht körperlich bedingter, psychischer Erkrankungen. Mobbing wirkt sich auch auf die Träume der Opfer aus. Wer seine Träume beobachtet und gemobbt wird, wird im Laufe der Zeit mit Sicherheit eine Veränderung seiner Träume feststellen.

Aber auch im Traum selbst ist Mobbing ein Thema. In Träumen zeigt sich unser Unterbewusstsein und teilt uns etwas über sein Wohlbefinden, sein Gleichgewicht und seine Probleme mit. Handelt ein Traum von Mobbing, obwohl man mit dem Thema eigentlich nichts zu tun hat, deutet das auf eine seelische Schieflage hin, denn schließlich entsteht das Mobbing im Unterbewusstsein. Im Grunde kann man sagen, dass man sich im Traum selbst mobbt. Folglich gilt es herauszufinden, was genau das zu bedeuten hat.

An dieser Stelle möchten wir neben der reinen Traumdeutung auch Aufklärungsarbeit rund ums Mobbing leisten und Mobbingopfern Hilfestellung geben.

Was versteht man unter Mobbing?

Das Wort Mobbing leitet sich vom englischen Wort „Mob“ ab, was so viel wie Pöbel bedeutet. „Mobbish“ bedeutet übersetzt „pöbelhaft“. Wer Mobbing betreibt, benimmt sich also wie ein Pöbel. Eine offizielle Definition von Mobbing gibt es nicht. Alle existierenden Definitionen haben aber sehr viele Gemeinsamkeiten. Die Schnittmenge aller Definitionen lässt sich wie folgt zusammenfassen:

„Mobbing ist eine Form offener und / oder subtiler Gewalt gegen andere Personen. Sie wird über einen längeren Zeitraum ausgeübt und hat das Ziel, das Opfer sozial auszugrenzen.“

Umgangssprachlich kann man auch sagen, dass Mobbing Psychoterror ist, der über einen längeren Zeitraum betrieben, schwere seelische Schäden beim Opfer verursacht. Mobbing zielt auf ein Machtgefälle ab. Der Täter zermürbt sein Opfer, um sich stärker und überlegen zu fühlen. Mobbing folgt keinen festen Regeln, außer, dass es regelmäßig geschehen muss.

Die Methoden des Mobbings sind vielfältig und werden häufig nach Belieben vermischt. Es ist alles erlaubt, was das Opfer verunsichert. Typische Mobbinghandlungen sind zum Beispiel:

  • Androhung körperlicher Gewalt
  • Bewusstes ignorieren
  • In Anwesenheit schlecht über die Person sprechen
  • Lästern
  • Gerüchte verbreiten
  • Das Opfer direkt lächerlich machen
  • Herabschätzen des Opfers
  • Anerkennungsverweigerung
  • Drohungen
  • Telefonterror
  • Informationen bewusst vorenthalten
  • Ausschließlich Kritik üben
  • Beleidigung
  • Kontaktverweigerung
  • Sexuelle Annäherung (körperlich oder verbal) sowie Übergriffe
  • Entwendung oder Beschädigung von Gegenständen
  • Falsche Beschuldigungen
  • Diskriminierung
  • Unterstellungen
  • Vorwurfsvolle Sprache („Ach da hast du endlich mal etwas richtig gemacht“, „Wenn dich das nicht schon wieder überfordert, kannst du ja…“, „Versuch nicht hinzufallen, wenn du den Kaffee holst“…)

Im Grunde sind Mobbinghandlungen ganz normale negative Handlungen. Jeder hat sicher in seinem Leben etwas erlebt, was in der beispielhaften Liste vorkommt. Eine Beleidigung, ein zynischer Kommentar oder eine falsche Beschuldigung ist kein Mobbing, sondern etwas, was einfach geschieht. Mobbing wird es erst durch Regelmäßigkeit, wenn eine oder mehrere Personen sich über einen längeren Zeitraum immer wieder so verhalten.

Charakteristisch ist die klare Täter-Opfer-Beziehung, die durch Mobbing entsteht. Der Täter ist überlegen und das Opfer fügt sich in seine Rolle, bis es jeden Widerstand aufgibt. Das Gefährliche am Mobbing ist, dass es für Außenstehende kaum ersichtlich ist. Es sind nicht die einzelnen Taten, die dem Opfer zu schaffen machen, es ist das Gefühl der Hilflosigkeit, weil es immer und immer wieder passiert, so wie ein steter Tropfen den Stein höhlt. Ein einzelner Tropfen richtet keinen sichtbaren Schaden an, viele Tropfen im Laufe der Zeit hingegen schon.

Die Außenstehenden sehen nur die einzelnen Handlungen und vergessen den dauerhaften Effekt. „Stell dich mal nicht so an“, „Mann, bist du empfindlich“ oder „Ist doch nur Spaß“ sind typische Reaktionen auf die Versuche, sich gegen Mobbing zu wehren.

Wie wirkt sich Mobbing auf die Opfer aus?

Die Auswirkungen dieser „kleinen Hänseleien“ können verheerend sein. Das Selbstwertgefühl des Opfers wird nach und nach untergraben, bis es in sich zusammenbricht. Wenn das Mobbing anfängt, seine Wirkung zu entfalten, entsteht eine Negativspirale. Zunächst zieht sich das Opfer meist etwas zurück und wirkt in sich gekehrter. An einem gewissen Punkt fängt es an, die Behauptungen tatsächlich zu glauben und entwickelt Angst vor dem Täter und typischen Situationen, in denen Mobbing praktiziert wurde bzw. wiederkehren könnte.

Genau das führt dazu, dass das Selbstwertgefühl und der Wille zur Gegenwehr immer schneller abgebaut werden und tatsächliche körperliche Symptome ausbrechen. Aktuellen Schätzungen zufolge beträgt die Quote der Mobbingopfer, die körperliche oder seelische Probleme bekommen, etwa 90 Prozent. Solche Probleme sind zum Beispiel Magen-Darm-Erkrankungen, Kreislaufbeschwerden, Kopfschmerzen, Stresssymptome, Schlafstörungen oder Depressionen.

Letzteres ist mit die größte Gefahr, denn Experten gehen davon aus, dass 20 Prozent der Menschen, die in Deutschland Selbstmord begehen, Täter mit einem Mobbinghintergrund sind.

Die 4 Phasen des Mobbing

Im Jahr 2002 veröffentlichte die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin eine wissenschaftliche Untersuchung zum Thema Mobbing unter dem Titel: „Der Mobbing-Report – Eine Repräsentativstudie für die Bundesrepublik Deutschland“. Der vollständige Mobbing-Report kann auf der Homepage der Bundesanstalt direkt als kostenlose PDF-Datei heruntergeladen werden.

Der Mobbing-Report konzentriert sich auf die Untersuchung von Mobbing am Arbeitsplatz. Unter anderem enthält er auf den Seiten 53 bis 55 ein Modell, in dem der Mobbingprozess aus Sicht der Betroffenen in vier Phasen eingeteilt werden kann. Diese lauten:

  1. Phase 1: Konflikte, einzelne Vorfälle

Am Anfang eines Mobbingprozesses steht meist ein ungelöster oder schlecht bearbeiteter Konflikt. Daraus erwachsen zunächst erste Schuldzuweisungen und vereinzelte persönliche Angriffe gegen eine bestimmte Person.

  1. Phase 2: Der Psychoterror setzt ein

Die Differenzen weiten sich immer mehr aus. Der ungelöste Konflikt gerät in den Hintergrund, während die betroffene Person immer häufiger zur Zielscheibe systematischer Schikanen wird. Das Selbstwertgefühl der gemobbten Person nimmt ab bzw. sie wird zunehmend isoliert und ausgegrenzt.

  1. Phase 3: Der Fall wird offiziell, arbeitsrechtliche Sanktionen

Die Entwicklung eskaliert. Durch die ständigen Demütigungen ist die gemobbte Person so verunsichert, dass die Arbeit erheblich darunter leidet. Die gemobbte Person gilt zunehmend als so „problematisch“, dass ihr arbeitsrechtliche Maßnahmen, wie Abmahnung, Versetzung oder Kündigung angedroht werden.

  1. Phase 4: Der Ausschluss

Viele Mobbingfälle enden mit dem Verlust des Arbeitsplatzes und manchmal sogar mit dem Ausscheiden aus der Arbeitswelt. Entweder kündigen die Betroffenen selbst oder ihnen wird gekündigt bzw. sie willigen in einen Auflösungsvertrag ein. Oftmals sind psychosomatische Krankheiten, langfristige Krankschreibungen und manchmal auch dauerhafte Arbeitsunfähigkeit die Folge.

Im Report wird darauf hingewiesen, dass mehr als ein Viertel der Befragten Mobbingopfer die erste Phase nicht erlebt haben will. Darin zeigt sich deutlich, dass selbst Mobbingopfer die Anfänge des zerstörerischen Prozesses oft nicht bemerken. Wahrscheinlich geschieht dies aufgrund einer psychischen Abwehrreaktion. Die Betroffenen weigern sich, ihre Situation und Position „als Zielscheibe für Feindseligkeiten zu gelten“, zu erkennen bzw. zuzulassen.

Berufliche und gesundheitliche Auswirkungen von Mobbing

Im Rahmen der Studien für den Mobbing-Report wurden Betroffene auch danach befragt, welche Folgen Mobbing bei ihnen hatte. Die beiden nachfolgenden Tabellen sind Seite 77 und 78 des Mobbing-Reports entnommen. Mehrfachnennungen waren in beiden Fällen möglich.

Auswirkungen auf das Arbeits- und Leistungsverhalten

Auswirkung%
Ich war demotiviert71,9
Ich entwickelte starkes Misstrauen67,9
Ich wurde nervös60,9
Ich war verunsichert60,0
Ich habe mich zurückgezogen58,9
Ich fühlte mich ohnmächtig57,7
Ich habe innerlich gekündigt57,3
Es kam zu Leistungs- und Denkblockaden57,0
Ich zweifelte an meinen Fähigkeiten54,3
Ich wurde ängstlich – hatte Angstzustände53,2
Ich war unkonzentriert bei der Arbeit51,5
Ich wurde gereizt / aggressiv41,2
Es traten vermehrt Fehler auf33,5
Ich fühlte mich schuldig / verantwortlich25,0
Es kam zu keinen Auswirkungen1,2

 

Auswirkungen auf den gesundheitlichen Zustand und arbeitsvertragsrechtliche Schritte

Mobbingfolgen (nur abgeschlossene Fälle)%
Krankheit wegen des Mobbings43,9
Krankheitsdauer mehr als sechs Wochen20,1
Freiwilliger Arbeitsplatzwechsel im Betrieb30,8
Eigene Kündigung22,5
Kündigung durch Arbeitgeber14,8
Arbeitslosigkeit11,4
Erwerbsunfähigkeit oder Frührente6,9
Zwangsweise Versetzung5,6

Auswirkungen auf die private und familiäre Situation

In einer schriftlichen Befragung wurden Betroffene auch zu den persönlichen Folgen des Mobbings befragt. Auch hier waren Mehrfachnennungen möglich. (Quelle: Mobbing-Report, S.90)

Auswirkungen auf die private und Familiäre Situation%
Unausgeglichenheit23,7
Soziale Isolation21,6
Streit in der Familie bzw. Partnerschaft19,7
Allgemein belastend16,6
Finanzielle Probleme15,4
Kraft- und Lustlosigkeit13,9
Aggressivität9,6
Thema Mobbing bestimmt Privatleben9,6
Depressionen9,3
Trennung von Partner/in8,1
Angst6,7
Verminderung des Selbstwertgefühls6,6
Schlafstörungen5,8
Misstrauen5,7
Positive Effekte5,2
Unzufriedenheit4,6
Kein Verständnis4,3
Erzwungener Umzug2,9
Überforderung2,7
Sonstiges5,2

Auffällig ist, dass abgesehen vom nicht näher definierten Punkt „Positive Effekte“, alle genannten Folgen welche sind, die sich negativ auf das gesamte Leben und Erleben der Betroffenen auswirken. Das Mobbing belastet also nicht nur den Betroffenen selbst, sondern gleichsam sein privates und familiäres Umfeld. Es verändert den Menschen, sodass er selbst auch zu einer Belastung für sein Umfeld wird. Das Mobbing ist der Auslöser vielerlei privater Probleme, die alle ihre eigenen Folgen nach sich ziehen, sei es Krankheit, Verarmung, Trennung oder psychische Erkrankung.

Mobbing ist kein Kavaliersdelikt. Es zerstört die Seele der Betroffenen, kann ihre Familien zerstören und schlimmstenfalls zum Selbstmord führen – ein Selbstmord, für den der Mobber maßgeblich die Verantwortung trägt.

Was Mobbing im Traum bedeutet

Mobbing stellt ein gewaltiges Problem dar, doch was bedeutet es, wenn man von Mobbing träumt? Zeigt sich darin purer Selbsthass? Oder sind Träume von Mobbing in Wahrheit gar nicht so schlimm, wie man zunächst meint?

Man muss zuerst natürlich unterscheiden, wie kontextbezogen der Traum war. Wenn man sich gerade in einer Situation befindet, in der man real gemobbt wird, ist es vollkommen normal, dass man auch davon träumt. Man sollte diese Träume als Warnung ansehen, denn in ihnen zeigt sich, dass das Mobbing mehr Spuren hinterlässt, als man sich eingestehen möchte. Vielleicht befindet man sich gerade in Mobbing-Phase Eins und verdrängt das Geschehene.

Der Träumende sollte darüber nachdenken, ob er nicht falsch reagiert und somit den Frust in sich hineinfrisst, statt ihn zu ignorieren. Es dürfte eher an der Zeit sein, das Mobbing zu bekämpfen und ein klärendes Gespräch mit dem Mobber und andere Konfliktlösungen zu suchen, falls das Gespräch den Mobber nicht zur Einsicht bringen kann.

Ist keine Verbindung zwischen der realen Lebenssituation und dem Mobbing-Traum herzustellen, liegt das Problem in der eigenen Seele bzw. dem Unterbewusstsein. Gerade bei Mobbing-Träumen ist der Traumkontext besonders wichtig. Jedes kleine Detail kann den Weg zur wahren Bedeutung des Traumes weisen.

Typische Fragen bei der Deutung von Mobbing-Träumen:

  • Mobbe ich selbst oder bin ich das Opfer?
  • Wer ist die Person, die mich mobbt oder die ich mobbe?
  • In welcher Umgebung findet das Mobbing statt?
  • Welche Mobbing-Handlungen werden konkret ausgeführt?
  • Welche Gefühle beherrschen den Traum?
  • Gibt es besonders dominante Farben, Gerüche, Geräusche etc.?
  • Habe ich so etwas in der Vergangenheit erlebt?
  • Wie fühle ich jetzt im Wachzustand, wenn ich über den Traum nachdenke?

Jede dieser Fragen zielt auf unterschiedliche wichtige Aspekte des Traumes ab. Selbstverständlich macht es einen Unterschied, ob der Träumende selbst mobbt oder ein Mobbingopfer ist. Ebenso ist es wichtig, die andere Person zu identifizieren bzw. zu deuten. Die Umgebung verweist darauf, welcher Bereich des Lebens die Träume betrifft, genau wie die Handlungen.

Im Traum selbst mobben

Agiert man im Traum selbst als Mobber, nimmt man die dominante bzw. überlegene Rolle ein. Man macht sich über etwas lustig und sieht sich in einer klaren Machtposition. Die entscheidenden Fragen lauten nun: Wer oder was wird durch das Opfer dargestellt und aus welchen Beweggründen schikaniere ich es?

Das Opfer kann für eine Person im eigenen Umfeld stehen. Mobbt man im Traum beispielsweise einen Arbeitskollegen, kann sich darin durchaus das Gefühl ausdrücken, dieser Person überlegen zu sein. Doch wie in allen Träumen, in denen andere Menschen erscheinen, ist der Bezug zur realen Person nur eine von vielen Deutungsmöglichkeiten.

Albtraum Mobbing - In den Trümmern

Mobbingopfer stehen schnell in den Trümmern ihrer selbst

Das Mobbingopfer kann nämlich ebenso gut für eine Eigenschaft stehen, die der Träumende mit seinem Opfer verbindet. Gewisse Dinge wie Persönlichkeitseigenschaften sind nicht bildlich darstellbar. Niemand kann Freundlichkeit, Fleiß, Würde etc. so zeichnen, dass jeder es erkennen würde. Folglich bedient sich das Unterbewusstsein im Traum der Symbolsprache.

Ist der geträumte Arbeitskollege beispielsweise besonders selbstbewusst, ist es wahrscheinlich, dass dieser im Traum das eigene Selbstbewusstsein symbolisiert. Oder der Träumende hat einen Freund, der durch große Kreativität besticht. In diesem Fall stünde der Freund im Traum wohl für die kreative Seite des Träumenden.

Jemanden im Traum zu mobben bedeutet nicht zwangsläufig, dass man jemanden fertig machen möchte. Vielmehr ist es ein Zeichen der eigenen Unsicherheit bzw. Angst. Die Traumperson zu mobben bedeutet, dass man versucht, eine Überlegenheit herzustellen, anstatt selbstbewusst zu agieren und die Person zu akzeptieren. Übertragen auf die symbolische Bedeutung der Person als Teil der eigenen Persönlichkeit liegt die Bedeutung darin, dass man bestimmte Charaktereigenschaften in sich trägt, die man fürchtet.

Der Träumende sollte sich mit sich selbst beschäftigen und hinterfragen, was an dieser Eigenschaft so schlecht ist, dass man sie schikaniert, demütigt und ins Lächerliche zieht. Es besteht ein seelisches Ungleichgewicht, wie es der Psychoanalytiker Carl Gustav Jung nennen würde. Um das innere Gleichgewicht wieder herzustellen, sollte der Träumende versuchen, diese Seite an sich zu akzeptieren. Schikaniert man im Traum jemanden, den man mit Wut in Verbindung bringt, besteht wohl ein Problem mit dem eigenen Aggressionsmanagement.

Man kann Mobbingträume auch etwas allgemeiner interpretieren. Beim Mobbing geht es darum, Macht und Kontrolle zu erlangen. Mobbt der Träumende im Traum wahllos Menschen, kann das auch auf ein prinzipielles Problem mit dem eigenen Ego und Machtanspruch hinweisen.

Im Traum gemobbt werden

Sieht man sich im Traum selbst als Mobbingopfer, so lautet die erste Frage, ob sich ein Bezug zur Realität herstellen lässt. Wird man am Arbeitsplatz oder in der Schule gemobbt, ist es nicht ungewöhnlich, dass sich die Erlebnisse im Traum wiederholen. Ist das nicht der Fall, lassen sich Träume als Mobbingopfer ähnlich deuten wie die, in denen man selbst der Täter ist.

Auch in der Opferrolle zeigen sich Unsicherheiten und Ängste. Man hat das Gefühl, sich nicht gegen den Täter wehren zu können und ihm ausgeliefert zu sein. Um die konkrete Bedeutung des Traumes herauszufinden, muss man analysieren, was derjenige symbolisiert, der das Mobbing betreibt. Ist die Person klar identifizierbar, kann sich darin das Gefühl ausdrücken, sich im Alltag von dieser ungerecht behandelt oder ausgenutzt zu fühlen. Abhilfe schafft hier, zu hinterfragen, ob das tatsächlich der Fall ist und anschließend ein klärendes Gespräch zu suchen.

Gibt es keine Probleme mit der geträumten Person, steht sie symbolisch für Charaktereigenschaften des Träumenden, die er fürchtet oder ihn verunsichern. Das Unterbewusstsein wählt in der Regel Personen als Traumsymbole aus, die der Träumende mit der darzustellenden Eigenschaft verbindet. Kennt man die Person zum Beispiel als besonders ehrgeizig, steht sie für den eigenen Ehrgeiz des Träumenden. Dass er im Traum von ihr gemobbt wird bedeutet, dass er mit seinem eigenen Ehrgeiz nicht im Reinen ist.

Er verunsichert ihn, womöglich, weil er ihn in sich spürt, aber sich nicht traut, ihn zu zeigen. Oder der Ehrgeiz ist so stark, dass er die anderen Charakterzüge überstrahlt und sie sich unterzuordnen haben. In diesem Fall würde es sich um einen Warntraum handeln, der davor warnt, sich durch seinen übertriebenen Ehrgeiz nicht selbst zu schaden.

Auswirkungen von Mobbing auf die Träume der Opfer

Die Träume von Mobbingopfern verändern sich mit der Zeit. Wie der Mobbing-Report anhand von Befragungen festgestellt hat, wirkt Mobbing schleichend, viele Betroffene bemerken dies und die Folgen erst, wenn es quasi zu spät ist. Die erste Phase, also die Phase, in der man sich noch relativ leicht erfolgreich wehren kann, wird oftmals nicht wahrgenommen. Es schleichen sich langsam negative Veränderungen ein, die sich mit der Zeit manifestieren und die oben genannte Negativspirale in Gang setzen.

Ein typischer Satz von Betroffenen, die sich des Problems bewusst werden, lautet: „Mir geht’s grad nicht so gut, ich träume auch die letzte Zeit irgendwie schlechter“. Mit der Stimmungslage verschlechtern sich auch die Träume, die Häufigkeit von Albträumen steigt.

Wenn man sich am Anfang eines Mobbingprozesses befindet und sich nur heimlich über die Handlungen des Täters ärgert, blendet man die negativen Veränderungen gerne bewusst aus. Verschlimmern sich aber die Träume, dann deutet das darauf hin, dass das Unterbewusstsein dabei ist, schwere Schäden davonzutragen.

Wie genau sich die Träume verändern, ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Typische Träume wären aber zum Beispiel Träume vom Fallen oder von Verfolgung. Auch Angstträume treten in der Regel vermehrt auf. Kompensatorische Träume sind ebenfalls nicht unüblich und ein Zeichen dafür, dass noch genug Kraft vorhanden ist, um die Situation zu bewältigen.

Hilfe für Mobbingopfer

Das Hauptproblem von Mobbingopfern ist, dass sie ihr Selbstwertgefühl verlieren und damit auch die Kraft, sich zu wehren. Das Gefühl, wehrlos ausgeliefert und hilflos zu sein, wird meist noch Kommentare verstärkt, die man zu hören bekommt, wenn man jemanden im weiteren Umfeld darauf anspricht. Man hört beispielsweise, dass man sich das nicht so zu Herzen nehmen sollte oder bekommt vorgeworfen, eine Spaßbremse zu sein. Das ist in etwa so hilfreich, wie einem Asthmatiker während eines Anfalls zu raten, er möge einfach mal tief Luft holen.

Mobbingopfer HilfeEs gibt viele Stellen, an die sich Mobbingopfer wenden können, wenn sie Hilfe benötigen. In Schulen gibt es normalerweise immer einen oder mehrere Vertrauenslehrer, deren Aufgabe es ist, sich mit solchen Fällen ernsthaft auseinanderzusetzen. Mobbing in der Schule ist weit verbreitet und ein großes Problem, da die Täter meist selbst gar nicht wissen, was sie da anrichten. Der Vertrauenslehrer sollte in der Lage sein, ihnen das zu vermitteln und dem Opfer Wege aufzeigen, mit dem Erlebten fertig zu werden. In schweren Fällen kann er auch einen Klassenwechsel durchsetzen oder weiterführende Maßnahmen vorschlagen.

Am Arbeitsplatz ist Mobbing ebenfalls ein weit verbreitetes Phänomen, welches sich seit der Studie von 2002 eher verschlimmert als gebessert hat. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten steigt der Leistungsdruck auf die Arbeitnehmer immens an. Den Arbeitsplatz zu behalten und dazu schnell die Karriereleiter aufzusteigen, damit man nicht mehr das letzte Glied in der Kette ist, wird von vielen Menschen als das Wichtigste auf der Welt angesehen. Die Bereitschaft, dafür sprichwörtlich über Leichen zu gehen, wächst zusehends.

Die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass Betroffene das Thema im Betrieb häufig zu lange und manchmal auch vollständig verschweigen. Die Furcht steigt, je höher der Mobber in der betrieblichen Hierarchie steht. Je nach Größe des Unternehmens gibt es unterschiedliche Stellen, an die Betroffene sich wenden können. Im Optimalfall gibt es im Unternehmen einen ausgewiesenen Mobbingbeauftragten, der die erste Anlaufstation sein sollte.

Ansonsten kann man sich an einen Betriebsarzt oder -psychologen wenden. Auch der direkte Vorgesetzte sollte für solche Probleme in seiner Abteilung immer ein offenes Ohr haben. Der Betriebsrat oder auch der Chef sind weitere Instanzen, an die Betroffene sich wenden können.

Findet der Betroffene nicht den Mut, jemanden am Arbeitsplatz anzusprechen oder hält es für unmöglich, da möglicherweise der Chef selbst der Mobber ist, ist der Besuch einer Mobbingberatungsstelle zu empfehlen. Dort gibt es immer jemandem, dem man sich anvertrauen kann und der über alle möglichen persönlichen und rechtlichen Maßnahmen zur Beendigung des Mobbings Bescheid weiß.

Weitere Unterstützung bieten Ärzte und Psychologen bzw. Psychotherapeuten. Die können zwar nicht direkt auf den Mobber einwirken, aber sie können den Betroffenen dabei unterstützen, mit den Folgen fertig zu werden und Wege aufzeigen, wie es möglich ist, dem Problem ein Ende zu setzen.

Weitere ausführliche Informationen bezüglich Hilfsangeboten bei psychischen Belastungen, Erkrankungen, Depressionen etc. haben wir an dieser Stelle für Sie zusammengetragen.

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